Hartmut Feldmann (59) und Bernd Wude (51) sind das Bezirk-Team Zwei neue »Dorfsheriffs« für Hiddenhausen

Hiddenhausen (WB). Gegen den Begriff »Dorfsheriff« haben Hartmut Feldmann (59) und Bernd Wude (51) gar nichts einzuwenden. Seit November bilden die beiden Polizeihauptkommissare das neue Bezirksdienst-Team in Hiddenhausen. Schon seit Februar hat Feldmann seinen Schreibtisch am Rathausplatz, Wude kam kürzlich dazu.

Von Jan Gruhn
Hartmut Feldmann (links) und Bernd Wude sind die neuen »Dorfsheriffs« in Hiddenhausen. Offiziell sind sie Bezirksdienstbeamte.
Hartmut Feldmann (links) und Bernd Wude sind die neuen »Dorfsheriffs« in Hiddenhausen. Offiziell sind sie Bezirksdienstbeamte. Foto: Jan Gruhn

Dass endlich wieder zwei Beamte vor Ort sitzen, sieht auch die Chefetage der Polizei als gutes Signal. »Der Bezirksdienst garantiert uns Bürgernähe«, sagt Polizeidirektor Dirk Zühlke. Dirk Hüsemann, Leiter des Bezirksdienstes für Herford und Hiddenhausen: »Die Dorfsheriffs sind Teil der sozialen Infrastruktur.«

Auch ohne Uniform im Dienst

Wude weiß, dass er für viele auch dann noch Polizist ist, wenn er die Uniform auszieht: »Wenn ich mit dem Hund spazieren gehe und jemand spricht mich wegen etwas Dienstlichem an – da habe ich kein Problem mit.«

Der Oetinghauser ist seit 1982 bei der Polizei, nach Diensten in Köln und Stukenbrock war er zuletzt in Enger eingesetzt. Feldmann und Wude haben in ihren langen Polizeilaufbahnen schon einiges erlebt. »Wir bemühen uns immer, erfahrene Kollegen im Bezirksdienst einzusetzen«, sagt Zühlke.

Dienstantritt in Zeiten des Terrors

Feldmann kann sich noch daran erinnern, wie er damals zu Zeiten des RAF-Terrors zur Polizei kam. Aber auch andere Szenarien werde er immer vor Augen haben: den dreifachen Mord in Oldinghausen in den 1980er Jahren zum Beispiel, bei dem er als erster Beamter vor Ort war. »Das werde ich nicht vergessen.«

Noch sitzen die beiden in einem vergleichbar kleinen Büro in Sichtweite des Rathauses. Allerdings liefen zurzeit Gespräche mit der Verwaltungsleitung, heißt es. Sollten Räume frei werden, dann könnte Bürgermeister Ulrich Rolfsmeyer sich die beiden Männer in Blau unter das »eigene« Dach holen. Laut Bezirksdienstleiter Hüsemann wäre das durchaus im Sinne der Mitarbeiter, denn in der Außenstelle des Jobcenters zum Beispiel laufe Kundenkontakt nicht immer konfliktfrei ab.

Autos restaurieren und Bücher schreiben

Warum die Arbeit im Bezirk schöner ist als zum Beispiel die Arbeit in einer großen Stadt? »Wir haben viel mehr Zeit für die Bürger«, erklärt Wude, der in seiner Freizeit alte Autos restauriert. »Das habe ich von meinem Vater. Und jetzt gebe ich es an meinen Sohn weiter.«

Wenn Feldmann nicht am Schreibtisch oder im Polizeiwagen sitzt, schreibt er Fachbücher über militärische Luftfahrt. Berufspilot wäre für ihn eine echte Option gewesen. Aber so als »Dorfsheriff« – und da sind er und Wude sich einig – ist es auch ganz schön.

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