Novum bei Generalversammlung in Hiddenhausen Schützenkönig tritt überraschend zurück

Hiddenhausen (WB). Mit einem Novum in der Geschichte der Hiddenhauser Schützengesellschaft ist die Generalversammlung zu Ende gegangen: Schützenkönig Markus Schuster hat seinen Rücktritt erklärt. »So etwas hatten wir noch nie«, sagt Vorsitzender Kurt Doering.

Von Siegfried Huss und Hartmut Horstmann
Hinter verschlossenen Türen: Bei der Jahreshauptversammlung auf dem neuen Schießstand sprechen die Schützen über den überraschenden Rücktritt des Schützenkönigs Markus Schuster. »So etwas hatten wir noch nie«, sagt Vorsitzender Kurt Doering.
Hinter verschlossenen Türen: Bei der Jahreshauptversammlung auf dem neuen Schießstand sprechen die Schützen über den überraschenden Rücktritt des Schützenkönigs Markus Schuster. »So etwas hatten wir noch nie«, sagt Vorsitzender Kurt Doering.

»Flinte ins Korn geworfen«

Aus den Gesprächen wurde deutlich, dass der Schützenkönig, der auch aus dem Verein ausgetreten ist, nicht nur repräsentieren wollte, sondern auch etwas bewegen. Nachdem sich der Schock etwas gelegt hatte, sagte Kurt Doering unter anderem: »Reisende soll man nicht aufhalten.« Der Vorsitzende erklärte auf Nachfrage, es habe Gespräche über mögliche Veränderungen gegeben – aber ohne abschließendes Ergebnis. Doch vor einer möglichen Klärung habe Markus Schuster die Flinte ins Korn geworfen.

Mit Hofstaat etwas bewegen

Oberst Kai Töpfer war offenbar nicht ganz so überrascht: »Ich habe mit diesem Schritt gerechnet, jedoch nicht zum jetzigen Zeitpunkt.« Probleme, die königlose Zeit zu überstehen, sieht Doering nicht: »Wir sind nicht der erste und nicht der letzte Verein, der ohne König ist. Bis zum nächsten Schützenfest müssen wir das Beste draus machen.«

Markus Schuster, seit 2013 Mitglied im Schützenverein, sagte am Tag nach dem Rücktritt, er habe bereits im Oktober in einem Vorstandsgespräch anklingen lassen, dass er nicht mehr motiviert sei, »das bis zum Ende durchzuziehen«. Mit seinem Hofstaat habe er einiges bewirken wollen: »Ich wollte den Verein nach vorne bringen. In den Gesprächen mit dem Vorstand ging es auch um Veranstaltungen wie Osterfeuer oder Winterball.«

Kein Rücktritt vom Rücktritt

Wirkliche Ergebnisse wurden dabei offenbar nicht erzielt. Und der 38-Jährige will auch nicht aus dem Nähkästchen plaudern: »Ich habe kein Interesse, mit Dreck zu werfen.« Er verlasse den Verein nicht in Feindschaft, sondern wünsche sich, dass man alles noch mal in Ruhe bespreche. Doch einen Rücktritt vom Rücktritt schließt Markus Schuster aus.

Wahlen und Programm

Angesichts dieser Entwicklung geraten die Wahlen in den Hintergrund. Nach den erweiterten Vorstandswahlen gehören dem Vorstand an: Kurt Doering (Vorsitzender und Geschäftsführer), Kai Töpfer (Oberst), Volker Bürger (Platzwart), Kevin Broßmann (Leutnant, Platzwart und stellvertretender Festhauptmann), Christian Bürger (Platzwart), Friedhilde Plewka (Kassenprüferin), Jürgen Eichenberger (Bataillonsgrenadier), Oliver Bürger (Jugendwart und Oberleutnant), Liane Eichenberger (stellvertretende Zahlmeisterin) sowie Cornelia Martens (Pressewartin).

Auch über das Programm für 2017 wurde gesprochen: Als feste Termine sind eingeplant: Die 90er Jahre-Party am Freitag, 9. Juni, auf dem Schützenplatz statt. »Da nun schon mal das Festzelt aufgebaut ist, folgt das Schützenfest gleich darauf am 10. und 11. Juni ebenfalls auf dem Schützenplatz«, so Cornelia Martens.

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