Debatte über den Memoriam-Garten auf dem Schweichelner Friedhof: SPD dafür, CDU dagegen Streit um neue Bestattungsform

Hiddenhausen(WB). Der Hauptfriedhof in Schweicheln wird um einen Memoriam-Garten bereichert. Das hat der Betriebsausschuss beschlossen. Die Entscheidung fiel allerdings nicht einstimmig. Die Christdemokraten votierten gegen das Projekt – wegen der Kosten.

Von Curd Paetzke
Foto: Ulrich Kortemeier

»Die Nachfrage nach Gräbern, die keine Pflege benötigen, ist immens gestiegen«, erklärte Umweltamtsleiter Volker Braun, der auch für Friedhofsangelegenheiten zuständig ist. Auf allen acht Friedhöfen in der Gemeinde gehe der Trend immer mehr zur Urnenbestattung. Große Sarg-Grabflächen, deren Pflege sehr aufwändig ist, werden kaum noch nachgefragt.

Eine Alternative sind eben die Urnen. Seit drei Jahren gibt es auf den Hiddenhauser Ruhestätten auch Urnenstelen, um deren Pflanzflächen sich Friedhofsgärtner kümmern. Memoriam-Gärten (memoriam ist lateinisch und bedeutet »in Gedenken« oder »in Erinnerung«) gehen da noch einen Schritt weiter. Es handelt sich hier um Grabfelder, die in wunderschön gestalteten Gärten liegen und die Teil eines Friedhofs sind. Alle Grabstätten sind in harmonischer Art und Weise miteinander verbunden, da es keine klaren Abgrenzungen wie bei klassischen Gräbern gibt. Als Vorbild für die Anlage in Schweicheln könnte der Memoriam-Garten in Jöllenbeck dienen, in dessen Mittelpunkt sich eine schmucke Roseninsel befindet.

Landschaftsarchitekt Ulrich Kortemeier hat den Memoriam-Garten in Jöllenbeck gestaltet und soll diese Aufgabe auch in Schweicheln übernehmen. Auch für ihn steht fest: »Urnenbegräbnisse verzeichnen hohe Zuwachsraten.« In Jöllenbeck kostet ein Urnengrab 2800 Euro. In dem Preis ist die Pflege für einen Zeitraum von 30 Jahren enthalten. Eine Sargbestattung ist drei- bis viermal so teuer.

Apropos Geld: Die Kosten für den Memoriam-Garten in Schweicheln werden mit 100 000 Euro veranschlagt. »Und genau aus diesem Grund tun wir uns schwer mit der Entscheidung«, sagte Ausschussmitglied Ulrich Hempelmann (CDU). Die vorgestellte Planung sei zwar schick – »aber dann könnten ja auch die Oetinghauser oder Eilshauser Wünsche nach einer solchen Anlage äußern«.

Wie Volker Braun schilderte, soll der Memoriam-Garten in Schweicheln einzigartig in der Gemeinde bleiben, aber er könne von allen Hiddenhauser Bürgern »gebucht« werden. Angelegt wird der Garten auf einer 12 mal 50 Meter großen Fläche, auf der Platz für etwa 240 Urnen ist. Und: Das ins Auge gefasste, seitlich des Haupteingangs liegende Areal lässt eine Erweiterung jederzeit zu.

Die Sozialdemokraten finden Gefallen an dieser neuen Bestattungsart in Hiddenhausen und segneten das Bauvorhaben auf dem Schweichelner Hauptfriedhof ab.

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