An der neuen Bünder Straße gibt es eine kuriose Stellplatz-Regelung Verwirrung um Parkverbot

Hiddenhausen (WB). Auf der Bünder Straße in Sundern sind im Zuge des Neubaus schicke Parkplätze entstanden, finanziert mit öffentlichen Mitteln. Doch die meiste Zeit des Tages gilt hier Parkverbot, damit ein Geschäft problemlos beliefert werden kann.

Von Moritz Winde
Ein Kombi saust auf der Bünder Straße entlang. Daneben sind die neu gebauten Parkflächen zu erkennen. Sein Auto darf man hier aber nur nach 16 Uhr abstellen. Kurios: Vorher gilt Parkverbot, nur Be- und Entladen sind erlaubt.
Ein Kombi saust auf der Bünder Straße entlang. Daneben sind die neu gebauten Parkflächen zu erkennen. Sein Auto darf man hier aber nur nach 16 Uhr abstellen. Kurios: Vorher gilt Parkverbot, nur Be- und Entladen sind erlaubt. Foto: Moritz Winde

Wer die L 545 – so heißt die Bünder Straße in der Behördensprache  – aus Herford in Richtung Lippinghausen und Bünde fährt, dem wird der etwa  20 Meter lange, grau gepflasterte  Streifen  auffallen. Er liegt ein gutes Stück  hinter der Brauerei und kurz vor der Einmündung »Zum Uphof« am rechten Fahrbahnrand. Folgende  Fragen drängen sich sofort auf: Warum steht hier ein Schild, das das Parken von Montag bis Freitag  zwischen 8 und 16 Uhr verbietet? Handelt es sich um einen Fehler?

»Nein«, sagt Alexander Graf von der Gemeindeverwaltung Hiddenhausen. Im Gegenteil, das sei genau so gewollt. Der Koordinator des drei Millionen Euro teuren  Straßenbauprojekts bestätigt, dass die Kommune dem Unternehmen »Fensterfreund« die Fläche abgekauft habe. Dass der neue Parkplatz der Allgemeinheit  jetzt allerdings nur in den Abendstunden und an Wochenenden zur Verfügung steht, sieht Graf nicht als verwerflich an. Und das, obwohl die Grundstückskosten sowie der Parkplatzbau von der Öffentlichkeit bezahlt worden sind. Den Preis wollte Graf nicht nennen. Das seien vertrauliche Vertragsinhalte.

Alexander Graf begründet die Entscheidung der Gemeinde so: »Wir wollen damit ein seit Langem bestehendes Problem in den Griff bekommen.« Immer wieder sei es in der Vergangenheit auf der Bünder Straße zu Staus gekommen, wenn das Fachgeschäft  mit  Türen, Fenstern oder Wintergärten beliefert worden sei. Die Sattelzüge hätten beim Ausladen die Fahrbahn blockiert. Die jetzige Lösung sei ein Kompromiss. »Tagsüber muss der Parkstreifen freigehalten werden, weil dort nur be- und entladen werden darf. Danach können  Berufstätige den Parkplatz nutzen.«  Diese Maßnahme sei mit den  umliegenden Einzelhändlern abgestimmt.

Ein  Kaufmann bestätigt dies zwar, sagt aber hinter vorgehaltener Hand, dass er die Vorgehensweise der Gemeinde für einen Schildbürgerstreich halte. »Fensterfreund«-Chef Jürgen Dannhaus betont, dass im Vorfeld der Straßen-Neubauplanungen alles genau so abgesprochen worden sei. Wie oft  und  in welcher Zeit  sein Geschäft mit neuer Ware beliefert wird, könne er schwer vorhersagen. Das hänge von der Bestellung und dem jeweiligen Lieferanten ab. »Das können  drei bis vier Lastwagen in der Woche sein. Es kann aber auch schon mal tagelang nichts geliefert werden.«

Übrigens: Auf der anderen Straßenseite gibt es keine Park-Einschränkungen.

Kommentare

das ist

natürlich sehr wichtig, so was zu machen, aber in Bezug auf Kinder haben die Behörden nichts übrig. In den 30er Zonen wird gerast ohne Ende. Warum wird nicht schärfer kontrolliert? Wird erst was gemacht, wenn ein Kind getötet wurde? Da wo hunderte vor Jahren ein Pferdegespann verünglückte, da wird mit Vorankündigung durch Presse Funk und Polizei mitgeteilt, hier wird heute geblitzt. dann fahren die Autofahrer tatsächlich mal 50 oder 70, kaum sind die hinter dem Radarwagen, dann wird von 0 auf 100 beschleunigt, da käme Vettel gar nicht hinter her.

kein Parkverbot auf Seitenstreifen

Auf dem Seitenstreifen besteht aufgrund dieser Beschilderung
zu keiner Tages- und Nachtzeit ein Parkverbot. Ergibt sich aus
der StVO - hier zu Zeichen 286

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.