Bürgerinitiative »Wir in Hiddenhausen für den Tunnel«: Stellungnahme vor Ratssitzung »Tempo 30 derzeit einzige Lösung«

Hiddenhausen (WB). Die Bürgerinitiative »Wir in Hiddenhausen für den Tunnel« begrüßt den geplanten Tempo 30-Versuch auf den großen Trassen in der Gemeinde. Das Thema beschäftigt den Rat auf seiner Sitzung am Donnerstag.

Von Curd Paetzke
Über die Bünder Straße, hier in Eilshausen, rollen täglich 22 500 Fahrzeuge.
Über die Bünder Straße, hier in Eilshausen, rollen täglich 22 500 Fahrzeuge. Foto: Curd Paetzke

Rainer Riemann, einer der Sprecher der Initiative, sieht – da das Tunnel-Projekt durch den Schweichelner Berg nach wie vor Zukunftsmusik ist – in dem Verkehrsversuch mit einer Herabsenkung der Geschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer in Schweicheln, Sundern, Lippinghausen und Eilshausen »die zur Zeit einzig durchsetzbare Maßnahme«. Vor allem, da Straßen NRW die Lage durch die geplante doppelte Abbiegespur von der Bünder Straße auf Herforder Gebiet in Richtung Sundern noch verschärfe.

Was kann der Versuch bewirken? Rainer Riemann: »Zum einen eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit, zum anderen eine Minderung des Lärms. Und: Eine deutliche Botschaft an die Entscheidungsträger, dass mit einer Ertüchtigung der vorhandenen Straßen keine weitere Zeit geschunden werden kann, sondern nachhaltige Lösungen erforderlich sind, sprich die Planung einer B 239n als Tunnel schleunigst voran getrieben werden muss.«

Dauerhafte entlastung muss her

Nur leistungsfähige Trassen wie die Autobahn oder eben ein Tunnel durch den Schweichelner Berg könnten dauerhaft zu Entlastungen führen. Riemann: »Die Ortsdurchfahrten von Hiddenhausen sind jedenfalls dem zurzeit und zukünftig anfallenden Verkehr nicht gewachsen. Bis große Lösungen existieren, muss mit kleinen Schritten versucht werden, Verkehr und Leben verträglicher zu gestalten. Geschwindigkeitsbeschränkungen gehören dazu.«

Eine weitere Frage, die auf der Hand liegt: Wenn Tempo 30 kommt, wer hält sich denn daran? Rainer Riemann: »Man wird es wohl ausreichend überwachen müssen. Und die Konsequenzen bei einer Übertretung sind in Deutschland zwar weniger hart als in den Nachbarländern, aber dennoch spürbar.«

Was den von vielen Fahrzeugführern befürchteten Zeitverlust angeht, rechnet die Bürgerinitiative vor: »Nehmen wir mal eine Strecke von fünf Kilometern (das ist ungefähr von der Ampelkreuzung in Eilshausen bis zur Kreuzung Bünder Straße / B239). Mit Tempo 50 benötigen wir theoretisch sechs Minuten, mit Tempo 30 sind es zehn Minutern. Das sind vier Minuten länger, bei etwa halb soviel Lärm. Das sollte es schon wert sein.«

Ausbremsen ist keine Lösung

»Autofahrer auszubremsen, ist keine Lösung für die Verkehrsbelastung in Hiddenhausen«, sagt der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Kreistag, Dirk Kleineweber. Damit beziehen die Freien Demokraten klar Stellung gegen die angestrebte   Geschwindigkeitsbegrenzung. Kleineweber: »Berufspendler, Gewerbe und Handwerk sind darauf angewiesen, dass der Verkehr auf den überörtlichen Straßen zügig vorankommen kann.« Durch Tempo 30 werde kein Lastkraftwagen von den Straßen verschwinden.   

B 239 und L 545 »dienen nun einmal ganz klar der Aufnahme des regionalen Verkehrs in Nord-Süd-Richtung.« Hiddenhausen sei   am meisten geholfen, wenn Fernverkehr auf geeigneten Straßen westlich und östlich der Gemeinde abgeleitet werden könnte, sagt  FDP-Kreisvorsitzender Stephen Paul.

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