Sechs Spürhunde suchen in der JVA Herford nach Rauschmitteln - mit Video Drogen-Razzia im Knast

Herford (WB). Knackis sind kreativ – vor allem wenn es ums Verstecken von Drogen geht. Sechs Spürhunde haben am Dienstag in der JVA Herford nach Rauschmitteln gesucht. Obwohl die Beamten keinen »Stoff« gefunden haben, wird die Razzia als Erfolg gewertet.

Von Moritz Winde
Ob im Reifen einer Schubkarre, in der Fuge zweier Steine oder unter einem Kübel: In der Maurer-Werkstatt bieten sich viele Verstecke. Guido Schindler und Carla suchen nach Drogen. Die Hündin kann etwa eine Million Mal besser riechen als ihr Herrchen.
Ob im Reifen einer Schubkarre, in der Fuge zweier Steine oder unter einem Kübel: In der Maurer-Werkstatt bieten sich viele Verstecke. Guido Schindler und Carla suchen nach Drogen. Die Hündin kann etwa eine Million Mal besser riechen als ihr Herrchen. Foto: Moritz Winde

Kontrollen mindestens viermal im Jahr

Als die Einsatzwagen um 10 Uhr auf den Hof rollen, wird der Puls bei manchen Häftlingen in die Höhe geschnellt sein. »Es spricht sich über den Flurfunk schnell herum, dass kontrolliert wird«, sagt Guido Landsmann, zuständig für Sicherheit und Ordnung.

Mindestens viermal im Jahr rücken die Hundeführer der Justiz an, um Zellen, Waschräume und Werkstätten nach verbotenen Substanzen zu durchsuchen. Meist werden sie von der Herforder Polizei unterstützt. Seit 2010 hat jedes NRW-Gefängnis ein eigenes Mensch/Tier-Team. Zudem werden die Schlafräume wöchentlich per Hand durchsucht.

Einsatzbesprechung: Christian Thönes (links) und Hundeführer Steffen Mehnert von der JVA in Geldern. Foto: Moritz Winde

So überraschend die Aktion auch ist: Die jungen Verbrecher haben genügend Zeit, sich der Drogen zu entledigen. »Jetzt rauschen wieder die Klospülungen«, sagt JVA-Beamter Christian Thönes. Aber auch das sei schon gut, denn: »Was weg ist, ist weg und kann nicht mehr konsumiert werden. Und die Häftlinge sehen: Wir tun etwas.« Stichwort Prävention.

Kein Problem mit harten Drogen

Um harte Drogen geht’s im Herforder Jugendknast schon lange nicht mehr. »Mit Heroin hatten wir vor vielen Jahren mal Probleme, als die Grenzen geöffnet wurden. Heute sind es eher Einstiegsdrogen, in der Regel Cannabis.« Aber auch das ist verboten und muss aus dem Verkehr gezogen werden.

Doch die Drogen-Suche ist wie eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Man mag es nicht glauben, aber auch im Knast gibt es unendlich viele Versteckmöglichkeiten – ob in einem ausgehöhlten Regalbrett, im Griff der Bürste oder im Inneren des Deo-Rollers. Guido Landsmann: »Die Gefangenen haben den ganzen Tag Zeit, sich Verstecke zu überlegen. Oft tragen sie die Drogen aber am Körper.«

Guido Schindler – Beamter der JVA Hamm – hat am Dienstag mit seinen Drogenspürhunden Carla und Dedé (benannt nach dem Ex-BVB-Spieler) Dienst in Herford. »Wir gehen einem Hinweis nach«, sagt der 46-Jährige.

Tiere sind schnell erschöpft

Obwohl sechs Tiere im Einsatz sind, können gerade einmal 16 von etwa 300 Zellen auf den Kopf gestellt werden. Nach 20 Minuten braucht Carla eine Pause – so anstrengend ist der Job. Trotz aller Bemühungen: Die Hunde schlagen nicht an.

Drogen werden dann aber doch noch gefunden – und zwar im Gras auf dem Hof. Das Päckchen mit THC-Bomben wurde offenbar über die rote Backsteinmauer geworfen.

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