Kriminal-Statistik: 40 Prozent aller Verdächtigen polizeibekannt Jede vierte Straftat wird von einer Frau begangen

Herford (WB/jmg). Kriminalität bleibt ein männliches Problem: Laut Kreispolizei waren 2017 von insgesamt 5752 ermittelten Tatverdächtigen 75 Prozent Männer. Nur bei jeder vierten Straftat im Kreis Herford kommt also eine Frau als Verdächtige in Frage.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die in der vergangenen Woche vorgestellt wurde. Bei etwas weniger als Dreiviertel aller Fälle kommen die Täter aus dem Kreis Herford. In etwa 27,2 Prozent der Fälle handele es sich um sogenannte »überörtliche Täter«. 40 Prozent aller Tatverdächtigen seien zuvor bereits kriminalpolizeilich in Erscheinung getreten.

Deutlich mehr Personal

Zwar bilden Diebstahlsdelikte immer noch den größten Anteil der im Kreis Herford erfassten Straftaten (42 Prozent). Doch im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Zahl der Wohnungseinbrüche von 562 (2016) auf 396 (2017) deutlich gesunken. Man habe dem Rekordwert aus 2016 entgegensteuern wollen. »Das ist uns zu einem großen Stück gelungen«, sagte der stellvertretende Direktionsleiter Reinhold Bethlehem bei der Präsentation der Zahlen.

»Einbrüche hinterlassen einen großen Schaden bei den Opfern«, sagte Andreas Meyer von der Kreispolizei auf Anfrage, weil dabei die Privatsphäre empfindlich verletzt würde. Deshalb habe im vergangenen Jahr deutlich mehr Personal daran gearbeitet, Einbrüche zu verhindern – zum Beispiel durch gezieltes Streifefahren.

Junge Täter haben es auf Mopeds abgesehen

Neu aufgestellt habe sich die Kreispolizei bei der Betreuung der sogenannten Intensivtäter, erklärte Meyer. So würden alle Akten zu einem Verdächtigen auf dem Schreibtisch eines Sachbearbeiters landen. Zudem würde die Kreispolizei die betreffenden Täter auch offensiver ansprechen. »So nach dem Motto: ›Wir wissen genau, was du für einer bist‹«, meinte Meyer.

Besonders bei jungen Kriminellen sei das der Fall. Etwas mehr als jeder fünfte Tatverdächtige ist unter 21 Jahren alt. Auffällig häufig waren Jungverbrecher an Diebstählen von Mopeds beteiligt – 80 Prozent aller Taten wurden von ihnen begannen. Zudem sind sie für die Hälfte aller Rauschgift-Delikte (ohne Handel) sowie 42,6 Prozent aller Fahrraddiebstähle verantwortlich.

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