Nachwuchs gesucht – beste Zukunftsaussichten Schornsteinfeger: ein Beruf, der Glück bringt

Herford (WB). Angst vor schmutzigen Händen hat Philipp Sarcevic (24) nicht. Aber die Arbeit als Schornsteinfeger ist heute weit mehr als das Sauber machen von Kaminen, weiß der Ausbildende im dritten Lehrjahr.

Von Jan Gruhn
Michael Avramopoulos (rechts) sucht noch Nachwuchs für den Beruf des Schornsteinfegers. Im Moment bildet er den 24-jährigen Philipp Sarcevic im dritten Lehrjahr aus. Der Beruf hat ein gutes Image, ist spannend und hat beste Zukunftsaussichten.
Michael Avramopoulos (rechts) sucht noch Nachwuchs für den Beruf des Schornsteinfegers. Im Moment bildet er den 24-jährigen Philipp Sarcevic im dritten Lehrjahr aus. Der Beruf hat ein gutes Image, ist spannend und hat beste Zukunftsaussichten. Foto: Jan Gruhn

»Obwohl mir das Kehren schon am meisten Spaß macht«, überlegt der Löhner, der im Sommer seine Lehre abschließt. Zu seinen Aufgaben zählen zum Beispiel auch die Prüfung von Heizungsanlagen, Energieberatung oder die so genannte »Feuerstättenschau«.

Ausbildungsportal

Das Ausbildungsportal des WESTFALEN-BLATTES ist die richtige Adresse für Bewerber. Hier werden Suchende und Arbeitgeber zusammen-gebracht. Wer eine Stelle sucht, kann auf wb-azubi.de nach der gewünschten Branche und dem Einsatzort filtern. Und mit nur einem Klick können Bewerber per E-Mail direkt Kontakt zum Unter-nehmen aufnehmen und sich um den Ausbildungsplatz bewerben. Auch eine Registrierung für Ausbildungsstellen per E-Mail ist möglich. Der Newsletter liefert regelmäßig neu eingestellte Angebote.

Für Ausbilder Michael Avramopoulos (47) ist Sarcevic der zweite Lehrling. Für August sucht er noch nach einem neuem Auszubildenden. »Aber die Kandidaten stehen nicht gerade Schlange«, sagt der Herforder, der 1987 in den Beruf eingestiegen und seit 2011 selbstständig unterwegs ist. »Ein Problem, das das Handwerk im Allgemeinen hat«, sagt Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur. Insgesamt gebe es 350 Ausbildungsberufe. Allerdings würden sich die meisten jungen Menschen immer noch für die »Top Ten« entscheiden. Darunter fallen vor allem Bürojobs und kaufmännische Berufe oder Arzthelferin sowie Kfz-Mechaniker. »Auf einen Großteil der anderen Berufe kommt man nicht auf Anhieb«, meint Schwietert.

 »Der Beruf ist absolut zukunftsfähig!«

Abhilfe soll das Berufsinformationszentrum (BIZ) schaffen. Dort finden Schüler auf der Suche nach einem Beruf bei Mitarbeiterinnen wie Bianca Delius Unterstützung. »Wir haben verschiedene Selbsterkundungsprogramme«, erklärt Delius. Dort können die Mädchen und Jungen vorwiegend online-basiert die eigenen Interessen und Talente abklopfen – um anschließend die passende Stelle zu finden.

Auch Philipp Sarcevic hat so seinen Traumberuf gefunden. Als er es seinen Eltern erklärt hat, hätten die zwar erst mal gestaunt. »Aber mein Vater hat gesagt: Mach mal, Jung!« Und Ausbilder Avramopoulos versichert: »Der Beruf ist absolut zukunftsfähig!« Denn das Profil des Schornsteinfegers entwickle sich ständig weiter. »Ich selbst habe unter anderem viel mit der Wartung von Lüftungsanlagen zu tun«, erklärt Avramopoulos. »Weil ich mich entsprechend fortgebildet habe.«

»Mir gefällt die Selbstständigkeit, die die Arbeit als Schornsteinfeger ausmacht«, meint Sarcevic: Termine mit Kunden vereinbaren, die eigene Woche planen, vorausdenken.

Und daran, dass vor allem ältere Menschen gerne mal an seiner Arbeitskleidung reiben, um das Glück auf ihrer Seite zu haben – daran habe er sich schnell gewöhnt. »Andere Berufszweige würden viel Geld dafür bezahlen, so ein gutes Image zu haben«, lacht Ausbilder Michael Avramopoulos.

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