Musik in der Marienkirche: Langfristige Lösung zeichnet sich ab Tendenz zur hochkarätig besetzten Doppelspitze

Herford (WB). Bei der Suche nach einer langfristigen Nachfolge für den gekündigten Kantor Wolf-Eckart Dietrich deutet sich eine Lösung an. Die Stelle solle aufgeteilt werden, sagt Claus-Olaf Finnemann, Presbyter in der Mariengemeinde.

Von Hartmut Horstmann
Claus-Olaf Finnemann stellt das neue Programm für die Marienkirche vor.
Claus-Olaf Finnemann stellt das neue Programm für die Marienkirche vor. Foto: Hartmut Horstmann

Kündigung im Mai 2015

Im Mai 2015 hatte die Gemeinde dem Kantor gekündigt. Dessen Versuche, sich in das Arbeitsverhältnis wieder hinein zu klagen, scheiterten. Da lange Zeit unklar war, was passieren würde, wurde die Stelle übergangsweise besetzt – und zwar mit Studenten der Hochschule für Kirchenmusik. Diese Zusammenarbeit habe sich sehr bewährt, erklärt Finnemann. Die Studenten hatten den Orgel- und Chorbereich aufgeteilt – eine Konstellation, die fortgeführt werden soll.

Angebot der Landeskirche

Eine wichtige Rolle spielt hier die Landeskirche, die ein Angebot gemacht hat. So gebe es demnächst einen neuen Landeskirchen-Musikdirektor, der eben nicht nur in der Verwaltung tätig sein solle, sondern auch in einer Kirchengemeinde, so Finnemann. 25 Prozent der Stelle entfallen auf die Chorleitung in der Marienkirche. Ab Januar 2019 soll die Stelle besetzt werden. Gleiches gilt für den Orgelbereich – wobei hier ein Vertreter der Hochschule für Kirchenmusik den Part übernehmen soll. Claus-Olaf Finnemann spricht von einer »tollen Lösung« – es sei davon auszugehen, dass die Kirchenmusik in beiden Fällen hochkarätig besetzt werde. Hinzu komme: »Wir haben ein Mitspracherecht. Das ist nach den gemachten Erfahrungen wichtig.«

Chor im Wiederaufbau

Bis Ende Dezember bleibt die Stelle bei Johannes Vetter (Orgel) und Dariia Lytvishko (Chor). Letztere studiert an der Hochschule für Kirchenmusik, bei Vetter handelt es sich laut Finnemann um einen Kirchenmusiker mit einer interessanten Vita. So habe er in Albanien gelebt, auch wirkte er als Kantor in Bethel, später an der Kreuzkirche und Marktkirche in Essen. Vetters Wikipedia-Eintrag ist zu entnehmen, dass er zur Zeit freischaffend als Musiker, Trauerredner und Publizist aktiv ist.

Wer das aktuelle Marien-Duo gemeinsam erleben will, hat dazu an diesem Sonntag Gelegenheit. Um zehn Uhr beginnt der Gottesdienst mit der Kantorei. Über den Chor, der sich mehrheitlich gegen die Kündigung des Kantors ausgesprochen hatte, sagt Finnemann: »Er ist im Wiederaufbau begriffen.«

Programm für 2018

Dass das Programm auch ohne große Auftritte des Chors weitergeht, haben die vergangenen Monate gezeigt. Ein Faltblatt informiert über die Angebote dieses Jahres. Unter anderem verweist Finnemann, interimsweise zuständig für die Kirchenmusik, auf Samstag, 17. März. Um 17 Uhr beginnt das Festliche Konzert für Chor und Orchester mit dem Ehemaligen-Chor des KMG. Die Leitung hat Erich Neitmann.

Zu den weiteren Highlights zählt Haydns »Die Schöpfung« am 1. Juni ab 19.30 Uhr. Es handelt sich um eine Benefizaufführung zu Gunsten des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen. Unter anderem wirkt die Junge Philharmonie Köln.

Eine wichtige Rolle für die Musik spielt auch der Presbyter Günter Scheding. Er zeichnet maßgeblich verantwortlich dafür, dass das Elisabeth-Oratorium zustande kommt und am 1. Juli seine Uraufführung in der Marienkirche erlebt. Auch die Pieces-Reihe mit heimischen Musikern (15. September) geht auf Scheding zurück. Es ist das mittlerweile fünfte Konzert der Reihe.

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