Hans-Joachim Vedde baut die Stadt seiner Großeltern nach Im Herzen ein Herforder

Herford (WB). Vorbei ist die Zeit, als das Friedrichs-Gymnasium in der Innenstadt stand. Heute entsteht dort das Altstadt-Centrum. Wie es dort mal ausgesehen hat, lassen Modelle im Hiddenhauser Holzhandwerksmuseum erahnen.

Von Hartmut Horstmann
Hans-Joachim Vedde aus Bad Oeynhausen liebt das alte Herford. Dieses Modell zeigt das frühere Friedrichs-Gymnasium – wo heute das Altstadt-Centrum entsteht. Die Ausstellung im Holzhandwerksmuseum ist bis zum 29. April zu sehen.
Hans-Joachim Vedde aus Bad Oeynhausen liebt das alte Herford. Dieses Modell zeigt das frühere Friedrichs-Gymnasium – wo heute das Altstadt-Centrum entsteht. Die Ausstellung im Holzhandwerksmuseum ist bis zum 29. April zu sehen. Foto: Hartmut Horstmann

Die Radewig, der Alte Markt, der Bereich an der Brüderstraße, St. Johannes Baptist: Vier bekannte Herforder Stadtteile und Orte werden im Miniaturformat lebendig. Verantwortlich für die mit großer Sorgfalt angefertigten Häuser zeichnet der 68-jährige Hans-Joachim Vedde aus Bad Oeynhausen. Für ihn bedeutet die Beschäftigung mit Herford eine doppelte Zeitreise in die Vergangenheit. Zum einen geht es ihm um das Bild einer Stadt, das schon einige Jahrzehnte alt ist. Zum anderen hat die Faszination mit der Kindheit Hans-Joachim Veddes zu tun: »Ich war oft in Herford, weil dort meine Großeltern wohnten.«

Häuser aus Sperrholz

In Werste aufgewachsen, wurde Herford für den kleinen Hans-Joachim zum Inbegriff von Stadt überhaupt. Diese Verbundenheit blieb bestehen – so dass es nur eine Frage der Zeit zu sein schien, wann der begeisterte Hobby-Bastler dieser Liebe in Miniatur-Häusern Ausdruck verleihen würde.

Gerne gebastelt hat Hans-Joachim Vedde schon seit seiner Kindheit. Wegen seines Berufes als Musik-Verleger trat dieses Steckenpferd jedoch lange Zeit in den Hintergrund, bis es von etwa zehn Jahren wieder auflebte. Vedde begann mit einfachen Häusern, schnell jedoch setzte sich die Liebe zum Detail durch. Auf der Grundlage alter Fotos schätzt er die Maße der Gebäude, die er mittels Säge ungefähr im Maßstab 1:100 anfertigt. Sind die Häuser aus Sperrholz zusammengesetzt, werden sie danach angemalt – Ausgangspunkt für jedes Gebäude ist das jeweils älteste Foto dazu. Auch die einstmaligen Werbeschriftzüge sind zu erkennen.

Ausstellung für Nostalgiker

Etwa 200 Häuser hat der 68-Jährige bisher Miniatur-Wirklichkeit werden lassen. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Das Ganze mache ihm großen Spaß, betont er. Und zwar nicht nur das Betrachten des Ergebnisses, sondern der Prozess selbst, das Sägen und Malen. Etwa eine Woche benötigt Vedde für ein einzelnes Haus.

Im Hiddenhauser Holzhandwerksmuseum ist jetzt erstmals eine Ausstellung von ihm über einen längeren Zeitraum zu sehen. Eine Ausstellung für Herford-Nostalgiker – als die Bowerre noch durch die Stadt floss, als die Nicolai-Kirche am Alten Markt stand, als noch kein Stadtplaner eine Abbruch-Schneise durch die Stadt gezogen hatte...

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