Forstwirte arbeiten auf Hochtouren: Stuckenberg soll zum Wochenende wieder frei sein – mit Video Hier frisst sich ein Monster durch den Wald

Herford (WB). Es kracht, es splittert – und das Monster haut seine gelben Klauen unerbittlich ins Holz: Der »Harvester« frisst sich zurzeit durch den Wald am Stuckenberg. Schließlich sollen die Herforder hier bald wieder spazieren gehen können.

Von Jan Gruhn
Nur wenige Sekunden braucht der »Harvester«, um aus einer langen Fichte handliche Abschnitte zu machen.
Nur wenige Sekunden braucht der »Harvester«, um aus einer langen Fichte handliche Abschnitte zu machen. Foto: Jan Gruhn

 Seit Sturmtief Friederike sind die meisten Wege nämlich gesperrt: Lebensgefahr durch umgestürzte oder nicht mehr standfeste Bäume! »Man muss immer aufpassen, dass das Holz nicht unter Spannung steht«, sagt Waldarbeiter Gerhard Tenkhoff.
Er und seine Kollegen arbeiten sich von Baum zu Baum, um mit der Kettensäge Stamm von Wurzeln zu trennen. Erst dann kann der »Harvester« – oder: Holzvollernter – zupacken. »Einmal nicht aufgepasst, kann es ganz schnell lebensgefährlich werden«, meint Tenkhoff.
 Etwa zum Wochenende sollen Spaziergänger und Wanderer die meisten der Wege rund um den Bismarckturm wieder begehen können, erklärt Förster Carsten Bölts vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Die Bereiche, in denen die schwere Fäll-Maschine dann noch unterwegs ist, werden zeitweise dicht gemacht.

»Regeln schützen Menschenleben!«

»Wir wollen damit ja keinen ärgern«, sagt Bölts. »Wir wollen auch, dass die Leute die Natur wieder genießen können.« Dennoch warnt er davor, Absperrungen zu ignorieren. »Die Regeln sind dafür da, um Menschenleben zu schützen.«
Nur wenige Sekunden braucht Robert Lehde, um die umgestürzten Fichten mit seiner leistungsstarken Forstmaschine von ihren Ästen zu befreien und sie in bis zu fünf Meter lange Abschnitte zu zerlegen. Dabei hilft ein bewegliches Kettensägen-Schwert, das am Kopf des Greifarms angebracht ist. Nur wenige Augenblicke, dann sind etwa 70 Jahre Baumwuchs handlich aufgeteilt.
15 bis 20 Prozent der 160 Hektar seien von Sturmschäden betroffen, schätzt Bölts. Weniger in der Fläche, dafür mehr vereinzelte Bäume. »Eine ökologische Katastrophe ist das aber nicht«, betont der Förster. Denn dadurch dringe mehr Licht auf den Waldboden durch. »Und Licht heißt Leben.« Erst in ein bis zwei Jahren sei laut Bölts klar, wie viel Wiederaufforstung notwendig sei. Dann würden allerdings eher Ahorn oder Eichen gepflanzt.

Das Monster hat Hunger

Bis es soweit ist, müssen die Waldarbeiter aber noch ganz schön schaffen. Adrian Sorhage schmeißt die Säge an. Mit viel Getöse trennt er Stamm von Wurzeln. Einige Meter weiter ertönt bereits wieder das hungrige Gurgeln des grünen Monsters.

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