Geschichtsverein organisiert Schüler-Reisen nach England, Frankreich und Island Auf den Spuren der heiligen Pusinna

Herford (WB/wst). Als Kundschafter der Herforder Stiftsgeschichte will der Geschichtsverein noch im Frühsommer Schülerinnen und Schüler nach Frankreich, England und Island schicken. Dort sollen sie den Spuren des Bischofs Isleif, der heiligen Pusinna und des heiligen Oswald von North-umbrien folgen und vor Ort die Herforder Geschichte und besonders die Stiftsfrauen lebendig werden lassen.

Spurensuche in der Münsterkirche: Über die besondere Geschichte der Herforder Stiftsfrauen informierte der Geschichtsverein Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler.
Spurensuche in der Münsterkirche: Über die besondere Geschichte der Herforder Stiftsfrauen informierte der Geschichtsverein Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler. Foto: Stefan Wolff

Mit dem Projekt »Ungewöhnliches Mittelalter – Frauen mit Einfluss und europäischen Kontakten« beteiligt sich der Geschichtsverein Herford an dem europäischen Kulturerbejahr 2018 »Sharing Heritage«. Neben den Herforder Gymnasien nehmen Schüler der Ernst-Barlach- und der Otto-Hahn-Realschule sowie des Wilhelm-Norman-, des Anna-Siemsen- und Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskollegs an dem Projekt teil.

Es ist am Samstag mit einem Workshop rund um die Münsterkirche gestartet. Pfarrer Johannes Beer konnte neben einigen Lehrern auch etwa 45 potenzielle Kundschafter begrüßen. Anschließend nahm er die Teilnehmer auf eine Spurensuche in der Kirche mit.

»Bedeutung war mir bis heute unbekannt«

»Die Schüler sollen dafür sensibilisiert werden, Spuren auch an ungewöhnlichen Orten zu finden und zu interpretieren«, sagte Beer. Am Nachmittag machte dann der Archäologe Dr. Sven Spiong die Jugendlichen mit den »archäologischen Funden und Spuren rund ums Münster« vertraut.

Großes Interesse an der Herforder Stiftsgeschichte hatte der Workshop bei einer Schülergruppe aus der 10. Klassenstufe des Friedrichs-Gymnasiums geweckt. »Ich hatte vorher Herford als relativ unbedeutend wahrgenommen. Vom Frauenstift hatte ich zwar schon gehört, aber seine Bedeutung war mir bis heute unbekannt«, sagte Louis (15).

Ergebnisse werden im September präsentiert

Auch seine Klassenkameradin Käthe hatte neues über Herford erfahren. »Kontakte zu Frankreich oder den Niederlanden hatte ich erwartet. Dass aber Herford im Mittelalter auch Beziehungen zu Island hatte, hat mich überrascht.«

»Wie die Kundschafter auf ihren Reisen die Stiftsfrauen präsentieren, das müssen sie selber entscheiden. Bei der Umsetzung vor Ort aber unterstützt sie dann der Geschichtsverein«, sagte die Projekt-Beauftragte Jeanine Gehle. Auch hoffte der Geschichtsverein auf die Unterstützung der Schüler bei der Entwicklung der Audio Guides für das Archäologische Fenster an der Münsterkirche.

Die Ergebnisse ihrer Reisen werden die Kundschafter am »Tag des Denkmals« am 9. September den Herfordern präsentieren.

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