43-Jähriger wird für mutigen Einsatz vom Landrat geehrt Herforder Streitschlichter erhält Preis

Herford (WB/mor). So viel Mut muss belohnt werden: Der 43-Jährige, der einen Streit schlichten wollte und dann selbst brutal zusammen geschlagen worden ist, soll für seinen couragierten Einsatz gewürdigt werden. Entsprechende Überlegungen hat Polizei-Sprecher Steven Haydon bestätigt.

In der Bahnhofsunterführung auf der Niederstraße wurde der 43-Jährige krankenhausreif geschlagen. Dabei wollte er nur helfen. Für seinen Einsatz soll er geehrt werden.
In der Bahnhofsunterführung auf der Niederstraße wurde der 43-Jährige krankenhausreif geschlagen. Dabei wollte er nur helfen. Für seinen Einsatz soll er geehrt werden. Foto: Moritz Winde

Zeremonie im Frühjahr

»Geplant ist, dass der Mann von Landrat Jürgen Müller für sein vorbildliches Handeln ausgezeichnet wird. Er hat nicht weggesehen, sondern ist eingeschritten, als ein anderer Mensch in Not war. Er ist ein Vorbild.« Die Zeremonie soll im Frühjahr stattfinden.

Wie berichtet, ereignete sich der Vorfall vor anderthalb Wochen in der Bahnhofsunterführung auf der Niederstraße. Dort war am frühen Abend ein 17-Jähriger mit seiner 18-jährigen Freundin in Streit geraten. Der 43-Jährige kam zufällig auf seinem Fahrrad vorbei und bekam die Situation mit. Als sich der Sozialarbeiter trennend zwischen die jungen Leute stellte, attackierte ihn der 17-Jährige unvermittelt und brutal mit Schlägen und Tritten.

Früh von der Mutter getrennt

Das Opfer wurde mit schweren Verletzungen in eine Bielefelder Spezialklinik gebracht. Der mutmaßliche Täter konnte kurze Zeit später festgenommen werden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft im Jugendknast. Der 17-Jährige ist bei Polizei und Justiz kein Unbekannter. Er soll mehrfach vorbestraft sein und mindestens acht offene Verfahren wegen verschiedener Delikte haben.

Nach Informationen dieser Zeitung steht er unter der Vormundschaft der Stadt Herford. Das Jugendamt soll ihn schon als kleines Kind von der Mutter getrennt haben. Seitdem soll er bei mehreren Pflegefamilien untergebracht gewesen sein. Heute soll er ohne festen Wohnsitz sein.

Der 43-jährige Streitschlichter konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Dem Mann gehe es den Umständen entsprechend gut, heißt es aus Polizeikreisen. Er soll keine bleibenden Schäden davon tragen.

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