Verdi kritisiert neuen Betreiber der Unterkunft in Herford – Demo am Donnerstag Streit um Löhne im Flüchtlingsheim

Herford (WB/mor). Betreibt das Paderborner Kolpingswerk Lohndumping auf Kosten der Flüchtlingsbetreuer in der ehemaligen Harewood-Kaserne? Das zumindest wirft die Gewerkschaft Verdi dem katholischen Sozialverband vor.

Die Zentrale Unterbringungs-Einrichtung in Herford.
Die Zentrale Unterbringungs-Einrichtung in Herford. Foto: Moritz Winde

Am Donnerstag wechselt der Betreiber der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung (ZUE) an der Saarstraße. Statt European Homecare hat für die nächsten zwei Jahre die Weberhaus Nieheim gem. GmbH das Sagen. Die Tochterfirma des kirchlichen Trägers hatte bei der Ausschreibung das günstigste Angebot abgegeben und so den Zuschlag für die Betreuung der derzeit 100 Flüchtlinge erhalten.

Weberhaus Nieheim wollte das Personal aber offenbar nicht übernehmen. »Zumindest nicht zu den Konditionen des Verdi-Tarifvertrags«, sagt Gewerkschafts-Sekretär Jens Ortmann. Stattdessen seien zum größten Teil eigene Mitarbeiter eingestellt worden – und zwar zu schlechteren Löhnen. 17 der 60 ehemaligen Angestellten akzeptieren die »Kündigung« nicht, sie wollen Donnerstagmorgen ihre Arbeitskraft anbieten und demonstrieren.

Einen ähnlichen Fall gab es vor Kurzem in der Flüchtlingsunterkunft Oerlinghausen. Das Arbeitsgericht Detmold entschied, dass es sich um einen Betriebsübergang gehandelte und die Mitarbeiter zu den bisherigen Bedingungen weiterbeschäftigt werden müssen.

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