Statistik 2017: mehr Unfälle im Kreis – sechs Tote Weniger Verletzte auf Herfords Straßen

Herford (WB). Die gute Nachricht: 2017 sind 860 und damit deutlich weniger Menschen auf den Straßen im Kreis Herford verletzt worden. Das ist ein Rückgang um zwölf Prozent oder 119. Und das, obwohl es häufiger krachte. Allerdings verloren auch sechs Frauen und Männer ihr Leben – ein gleichbleibend trauriger Wert.

Von Moritz Winde
Landrat Jürgen Müller, Albert Meier (Leiter Verkehrsdienst) und Polizeidirektor Dirk Zühlke mit der Statistik.
Landrat Jürgen Müller, Albert Meier (Leiter Verkehrsdienst) und Polizeidirektor Dirk Zühlke mit der Statistik. Foto: Moritz Winde

Risikogruppe der jungen Fahrer

Auffällig: Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren sowie Senioren ab 65 Jahren sind wieder in mehr schwere Unfälle verwickelt. Im vergangenen Jahr waren sie an 35 Prozent der heftigen Crashs beteiligt. Eine steigende Tendenz, die der Polizei zu denken gibt. Deshalb sollen diese Risikogruppen verstärkt unter die Lupe genommen werden, sagte Albert Meier. Der Chef des Verkehrsdienstes hat am Freitag die Unfallstatistik vorgelegt.

Insgesamt ereigneten sich in den neun Kommunen 7414 Kollisionen – 64 mehr als 2016. »Der Verkehr hat stark zugenommen. Wir haben sieben Prozent mehr Zulassungen«, gab Landrat Jürgen Müller zu bedenken. In 5202 Fällen blieb es bei geringem Sachschaden. 2212 Mal kam es zu schweren Unfällen.

Meier: »Darunter verstehen wir Unfälle mit Toten, Verletzten und hohem Sachschaden sowie Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und Unfälle mit Fahrerflucht.« Hauptursachen sind falsches Abbiegen, Vorfahrt missachten, Alkohol am Steuer, zu hohes Tempo und Handynutzung.

Unfallflucht: gute Aufklärungsquote

Apropos Fahrerflucht: Ein Phänomen, das die Ermittler vor große Herausforderungen stellt – vor allem, wenn es um Bagatellunfälle geht. Diese Kurve ist kontinuierlich gestiegen und hat mit 1302 einen neuen Höchstwert erreicht. Das heißt: »Parkplatz-Rempler« machen fast 18 Prozent aller Unfälle aus. Die Aufklärungsquote liegt bei 45 Prozent.

Noch besser ist sie bei Unfällen mit Verletzten. Mit 75 Prozent liegt sie über dem NRW-Schnitt (65 Prozent). Aktuelles Beispiel aus Bünde: Dort hatte eine junge Autofahrerin im Dezember eine 52-Jährige lebensgefährlich verletzt und war abgehauen. Doch die Polizei kam ihr auf die Schliche.

Übrigens: Das Risiko, im Kreis Herford bei einem Verkehrsunfall verletzt zu werden, ist recht gering. Statistisch gesehen beträgt die Wahrscheinlichkeit nicht einmal drei Prozent. Aufpassen muss man trotzdem jederzeit.

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