Facebook-Gruppe stößt Diskussion über Neubau und Eintrittspreise an »Herford braucht ein zweites Hallenbad«

Herford (WB). Braucht Herford zusätzlich zum Freizeitbad H2O ein »klassisches« Hallenbad mit moderaten Eintrittspreisen für Kinder und Familien? Carsten Hähnel meint »Ja«: Und der Gründer der Facebook-Gruppe »Herford verbindet« sieht sich durch erste Reaktionen bestätigt.

Von Peter Schelberg
Carsten Hähnel (vorne) und (hinten, von links) André Hähnel, Andreas Riepe, Thorsten Lüer und Claudia Siekmann sind die Administratoren der Facebook-Gruppe »Herford verbindet«. Sie haben unter den knapp 8800 Mitgliedern eine Umfrage gestartet, ob Herford neben dem beliebten Freizeitbad H2O zusätzlich noch ein weiteres »klassisches« Hallenbad benötigt.
Carsten Hähnel (vorne) und (hinten, von links) André Hähnel, Andreas Riepe, Thorsten Lüer und Claudia Siekmann sind die Administratoren der Facebook-Gruppe »Herford verbindet«. Sie haben unter den knapp 8800 Mitgliedern eine Umfrage gestartet, ob Herford neben dem beliebten Freizeitbad H2O zusätzlich noch ein weiteres »klassisches« Hallenbad benötigt. Foto: Jan Gruhn

Hähnel verweist auf eine Umfrage, an der sich nach seinen Angaben 1200 der insgesamt knapp 8800 Mitglieder der Gruppe beteiligt haben. Für das zusätzliche Hallenbad hätten 1053 Mitglieder gestimmt, lediglich 131 lehnten es ab. »Wir wollen erreichen, dass alle, die gern schwimmen möchten – und insbesondere Familien mit Kindern –, sich das auch leisten können«, sagt Hähnel.

Leider gebe es in Herford zu viele Kinder, die in der 3. Klasse noch nicht oder nicht ausreichend schwimmen könnten: »Dagegen muss dringend etwas unternommen werden«, betont er.

Vergleich mit Gütersloh

 Ein Problem aus seiner Sicht: »Die Preise im H2O sind für viele Familien mit Kindern einfach zu hoch.« Sie hätten bislang nur die Möglichkeit, eine 60- oder 90-Minuten-Familienkarte zu lösen. Oder aber gleich eine Tageskarte: »Dazwischen gibt es nichts.« 90 Minuten für 28,30 Euro sind nach seiner Erfahrung fürs Familienschwimmen zu kurz, sagt der dreifache Vater, der das H2O ansonsten schätzt.

»Wenn Eltern mit drei Kindern aber beispielsweise zwei Stunden im Bad bleiben wollen, müssen sie ein Tagesticket für 40,60 Euro kaufen.« Dagegen zeige »Die Welle« in Gütersloh, »dass es auch anders geht«: Dort kosteten zwei Stunden 14 Euro. Mit maximal 80 Minuten Verlängerung kämen Familien auf 20,40 Euro.

Hähnel räumt ein, dass es seit 2017 die Herford-Karte gibt, mit der beispielsweise Sozialhilfeempfänger die Bäder zum halben Preis nutzen könnten. »Die Karte ist super. Dennoch gibt es viele Familien oder Singles, die nicht zum Kreis der Berechtigten gehören, sich aber einen Besuch im H2O nicht oder nur selten leisten können«, sagt Hähnel.

»Normales bezahlbares Hallenbad für alle«

Sein Appell: »Wir brauchen ein normales bezahlbares Hallenbad für alle Bürger.« Ein weiterer Aspekt: Die Schwimmbecken seien unter der Woche häufig von Vereinen ausgebucht:  »Schwimmen ist dann nur draußen möglich.«

Eine weitere Schwimmoption – da ist sich Hähnel sicher – werde von vielen gewünscht. Es müsse ja nicht unbedingt ein Neubau sein, sagt der 43-Jährige, der 2013 mit der Online-Petition »Nachtlicht für Herford« erfolgreich war und erneut eine Diskussion anstoßen will. Sein Vorschlag: Das Freibad »Im Kleinen Felde« für den Ganzjahresbetrieb umrüsten.

Cabrio-Dach?

»Hier könnte man um das große Bahnenbecken eine Umrandung mit Glaselementen bauen und oben ein flexibles ›Cabrio-Dach‹, das sich je nach Wetter öffnen oder schließen lässt.« Carsten Hähnel, der gern an das frühere Hallenbad in der Hansastraße erinnert, hat sich auch an die Politik, an Vereinsvertreter und Schulleiter gewandt, er sammelt Reaktionen.

Freizeitbäder-Leiter Markus Diering zeigt Verständnis, verweist aber auf seine Aufgabe, das Defizit der Bäder in Grenzen zu halten: »Eine andere Tarifstruktur hätte höhere Verluste zur Folge.« Die Frage eines zweiten Hallenbades müsse die Politik klären.

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