Kritik am Verwaltungsvorschlag Wie soll der Platz am Kaufhof heißen?

Herford (WB). Am ehemaligen Kaufhof-Gelände entsteht ein neuer Platz. Geht es nach dem CDU-Politiker Andreas Gorsler, soll dieser den Namen Augustinerplatz bekommen. Doch die Verwaltung favorisiert die Bezeichnung Klosterplatz.

Von Hartmut Horstmann
Andreas Gorsler und Mathias Polster (rechts) an der Stelle, an der der neue Platz entsteht.
Andreas Gorsler und Mathias Polster (rechts) an der Stelle, an der der neue Platz entsteht. Foto: Hartmut Horstmann

Im Frühjahr 2017 wurden bei den Bauarbeiten Reste des alten Augustinerklosters entdeckt. Noch einmal rückte der Name der Klosterherren in den Mittelpunkt. Bedeutend für die Herforder Kirchengeschichte sind die Augustiner allemal – denn auch die Anfänge der hiesigen Reformation hängen eng mit dem Kloster zusammen, das im Jahr 1540 aufgehoben wurde. Später entstand dort das Friedrichs-Gymnasium, das seinerseits Opfer der modernen städtischen Abrissgeschichte wurde.

Auch vor dem Entdecken der alten Mauer stand für Andreas Gorsler fest, dass der dort entstehende Platz nur Augustinerplatz heißen könnte. Dies sagte er 2015 im Kulturbeirat, der Beirat wiederum schlug eine Bürgerbeteiligung vor. Als der Bauausschuss später über die Neugestaltung des Platzes abstimmte, war noch kein Name gefunden.

»Die machen doch sowieso, was sie wollen«

Doch jetzt habe man sich für Klosterplatz entschieden, erfuhr Gorsler – und ist gemeinsam mit dem Stadtführer Mathias Polster aus zwei Gründen ungehalten. Die Tatsache, dass man so etwas im stillen Verwaltungskämmerlein beschließe, empfindet Polster als »Ignoranz gegenüber der Bevölkerung«. Hier habe die Chance bestanden, auch hinsichtlich der Gestaltung mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. So aber verstärke die Vorgehensweise den Eindruck: »Die machen doch sowieso, was sie wollen.«

Das zweite Argument, welches die Geschichtsfreunde anführen, betrifft die inhaltliche Ebene. Gorsler und Polster monieren die mangelnde Präzision des Namens: Denn Kloster habe es in Herford viele gegeben. Andreas Gorsler fragt: »Wenn das nächste Klostergelände bebaut wird – nämlich das Franziskanerkloster an der Bäckerstraße – bekommen wir dann Klosterplatz 2?« Zudem erinnert der Christdemokrat an das Archäologische Fenster, das viele Besucher in die Stadt ziehen soll. Bekanntlich entsteht dieses Fenster auf einer anderen Klostergründung – die Besucher, die Herford nicht kennen, werden die Attraktion am Klosterplatz suchen, vermutet Gorsler.

Klosterplatz sei viel zu allgemein

Straßennamen sollen eine möglichst genaue erklärende Wirkung haben, betont Mathias Polster. So könne man zum Beispiel Straßen nach bedeutenden Frauen benennen: »Es gibt aber nirgends eine Straße, die »Bedeutende-Frauen-Straße heißt.« Klosterplatz sei viel zu allgemein – zumal eine genauere Bezeichnung möglich wäre.

Susanne Körner, Pressesprecherin der Stadt, sagt, die Verwaltung könne hier keine Beliebigkeit erkennen. Der Name Klosterplatz mache – historisch gesehen – Sinn und passe zur Klosterstraße. Zum Vorwurf der mangelnden Bürgerbeteiligung sagt sie: »Laut Ratsbeschluss von 1999 hat die Verwaltung das Recht, Straßen und Plätze zu benennen.«

Auf dem politischen Wege hätten Gorsler und Polster somit keine Chance. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – zumal es aus ihrer Perspektive die Hoffnung auf Einsicht in der Verwaltung ist: »Es ist noch nicht zu spät. Noch muss der Platz nicht Klosterplatz heißen.«

Kommentare

Kein Klosterplatz

Augustiner-Platz wäre historisch angemessen,
ein Name mit Hinweis Friedrichs sicher auch,
aber Klosterplatz geht gar nicht, denn davon müsste es in Herford mehrere geben, schließlich gab es auch mehrere Klöster.
Ein Blick auf die Herforder Frauengeschichte wäre auch schön, aktuell angemessen wäre vielleicht auch Kommerzplatz.

Vorschlag für Platzname

Da die Wurzeln Herfords viel weiter zurückreichen, als das Friedrichsgymnasium die Stadtgeschichte abbildet, sollte der Platz Augustiner Platz heißen.

"Klosterplarz"

Klosterplatz? Niemals.
Der Name ist für die meisten Herforder viel zu weit weg.
Ein guter Name wäre
FORUM FRIEDERICANIUM.

Dazu haben viele Herforder Bürger eine Verbindung.
Ich habe auf dem Areal 1972 im letzten Jahrgang dort an der Brüberstraße mein Abitur abgelegt, und ich bin mir sicher,
dass viele Bürger sich mit dem Namen anfreunden könnten.
Das ist Herford dem FGH schuldig.
Also:
FORUM FRIEDERICANiUM

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