Max Artemkin strebt Räumungsklage an Investor wirft Ex-Betreibern des Stadthotels Pohlmann Wortbruch vor

Herford (WB). Der Streit um das ehemalige Stadthotel Pohlmann ist wieder aufgeflammt: Der neue Eigentümer Max Artemkin (39) wartet eigenen Angaben zufolge immer noch auf den Schlüssel. Der Bielefelder Investor wirft den Ex-Betreibern vor, sich nicht an Ansprachen gehalten zu haben.

Von Jan Gruhn
Zur Not mit dem Spaten? Eigner Max Artemkin (39, rechts) und Vater Viktor wollen ins ehemalige Stadthotel Pohlmann – doch der Schlüssel fehlt noch.
Zur Not mit dem Spaten? Eigner Max Artemkin (39, rechts) und Vater Viktor wollen ins ehemalige Stadthotel Pohlmann – doch der Schlüssel fehlt noch. Foto: Jan Gruhn

»Eigentlich sollte die Schlüsselübergabe am 2. Januar stattfinden«, erklärt der gebürtige Russe am Montagmorgen. Doch die ehemaligen Besitzer Heike und Kai Pohlmann hätten sich nicht gerührt. Die Kommunikation laufe seit Monaten nur noch über die Anwälte. Sollte innerhalb der kommenden zwei Wochen nichts passieren, so sagt Artemkin, dann wolle er eine Räumungsklage anstreben. Er hatte das Hotel im März 2017 bei einer Zwangsversteigerung für 450.000 Euro erstanden.

Streit über Abmachung

Kai Pohlmann erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass »es sich um ein laufendes Verfahren handele« und er sich deshalb nicht zu den Vorwürfen äußern wolle. Allerdings bestätigte er, dass die Schlüssel tatsächlich Anfang Januar übergeben werden sollten. Allerdings habe Artemkin eine Ablösesumme zugesagt. Doch an diese Abmachung wolle er sich »scheinbar nicht halten«.

Im Dezember hatten Pohlmanns den Betrieb ausräumen lassen, ein Großteil der Möbel ist auf einen Lkw verpackt und vom Verein Brückenschlag als Spende Richtung Ukraine abtransportiert worden. Seit 1997 gehörte dem Ehepaar das Gebäude, zuvor hatte es bereits das Restaurant betrieben. Mittlerweile führt das Gastronom-Duo nur noch seinen Partyservice weiter.

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Das wird es definitiv nicht mehr geben.

Max Artemkin

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Für viele Vereine war das Hotel über Jahre beliebter Versammlungsort. Doch damit ist es unter dem neuen Eigner offenbar vorbei. »Das wird es definitiv nicht mehr geben«, meint Artemkin. Stattdessen will er eine Mischung aus Hotel und Boarding-Haus schaffen, also sowohl Zimmer zur Übernachtung, als auch Appartements für längerfristigen Aufenthalt anbieten.

Einen ähnlichen Betrieb führt Artemkin bereits in Bielefeld. Ob sich das für Herford lohnt? »Auf jeden Fall!« Besonders auf die Mitarbeiter aus Industrie und Handwerk hat es der Investor abgesehen. Hinzu kämen die Besucherströme des Messezentrums in Bad Salzuflen.

Co-Working Space im ehemaligen Restaurant

Im ehemaligen Restaurant soll ein sogenannter Co-Working Space entstehen. Darunter wird zumeist eine große, offene Bürofläche verstanden, auf der mehrere Mitarbeiter verschiedener Firmen oder Projekte gleichzeitig arbeiten können. Die Idee für diese neue Arbeitsform stammt aus den USA.

Um dieses Gebäude geht es: das ehemalige Stadthotel Pohlmann. Foto: Jan Gruhn

Etwa 500.000 Euro will Artemkin eigenen Angaben zufolge investieren, um das Gebäude auf Vordermann zu bringen. Allerdings wisse er noch nicht, welche Reparaturkosten noch auf ihn zukommen – denn er habe das Gebäude eben noch nicht betreten können. »Ich weiß zum Beispiel nicht, ob die Heizung im Moment läuft«, sagt der Bielefelder. Bei den aktuellen Temperaturen könne es nämlich durchaus sein, dass es zu Schäden an den Wasserleitungen komme.

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