Bettina Fröhlich-Burkamp ist Profi-Spaßmacherin »Der Clown wird unterschätzt«

Herford (WB). Seit zehn Jahren schlüpft Bettina Fröhlich-Burkamp ins Clownskostüm. Über ihren Besuch im Laarer Gottesdienst an Sonntag, 4. Februar , hat Moritz Winde mit ihr gesprochen.

Clownerie und Kirche - passt das zusammen?

Bettina Fröhlich-Burkamp: Aus meiner Sicht gibt es kaum etwas Naheliegenderes, als das zusammen zu bringen. Ich bin davon überzeugt, dass die elementaren Themen unseres Lebens so einfach sein müssen, dass es auch der schlichteste Mensch versteht. Der Clown verkörpert eine Facette von uns, die mit unserer Ursprünglichkeit zu tun hat. Da ist etwas, was uns seit Urzeiten innewohnt und wahrscheinlich schon von unserem Schöpfer so gewollt war.

Offenheit, Einfachheit, Ehrlichkeit, Herzlichkeit sind Wesenszüge, die ein Clown in sich trägt. Deshalb gehört dieses Wesen genau da hin, wo oft viel zu hochtrabend, wissenschaftlich und intellektuell über Themen unseres Lebens verhandelt wird.

Wie werden Sie den Gottesdienst gestalten?

Fröhlich-Burkamp: In erster Linie gestalten die Mitarbeiter der Kirchengemeinde den Gottesdienst. Ich werde die Besucher auf besondere Weise begrüßen und dann immer wieder im Geschehen des Gottesdienstes auftauchen.

Im Großen und Ganzen wird sich die Gemeinde damit beschäftigen, wie sie eigentlich ihre Kirche erlebt wieviel Leichtigkeit dort erlaubt ist und was sie sich von ihr wünscht. Die Clownin wird hier zur Botschafterin der Kinder.

Dieser Gottesdienst wird also eine Einladung, gemeinsam mit der Lebensfreude des Clowns, die eigene Gemeinde zu betrachten.

Warum sollte man kommen?

Fröhlich-Burkamp: Man sollte kommen, weil es eine tolle Gelegenheit ist, mehr voneinander zu erfahren und die Kinder als Träger einer vergnügten Botschaft zu erleben.

Wie sind Sie Clownin geworden?

Fröhlich-Burkamp: Vor zehn Jahren habe ich die Ausbildung zur staatlich anerkannten Clownin absolviert. Ich war begeistert, dass es im Clownsspiel ums Echtwerden geht.

Es geht nicht darum, fremde Rollen umzusetzen. Es geht darum, Komisches in sich zu entdecken. Ich staune immer wieder, wie existenziell das Wesen des Clowns mich selbst und die Menschen berührt.

Das passt so gut zu Vielem, was im christlichen Glauben eine Rolle spielt. Vertrauen zu können, hoffen zu können, sich wie ein Kind fallen zu lassen. Dafür ist der Clown ein wunderbares Bild.

Natürlich ist der Clown auch sehr klischeebehaftet und wird unterschätzt. Das erlebe ich auch in der Kirche.

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