»Lachen wird gesegnet sein« heißt es am Sonntag in Herford-Laar Kommt eine Clownin zum Gottesdienst

Herford (WB). Die Konfirmanden tragen Witze vor, es werden lustige Lieder gesungen, jeder Besucher bekommt eine rote Nase: »Lachen wird gesegnet sein«, lautet das Thema des Familiengottesdienstes am Sonntag in Laar. Und mittendrin: Clownin Flora. So etwas hat es in Herford noch nicht gegeben.

Von Moritz Winde
Für die Gottesdienst-Besucher gibt’s eine rote Nase: »Lachen wird gesegnet sein«, heißt es am Sonntag um 10 Uhr in der Kirche in Laar. Mit dabei sind auch Lina Wiens (Kinderkirche), Pfarrer Dietmar Stuke und CVJM-Vorsitzender Jochen Störmer.
Für die Gottesdienst-Besucher gibt’s eine rote Nase: »Lachen wird gesegnet sein«, heißt es am Sonntag um 10 Uhr in der Kirche in Laar. Mit dabei sind auch Lina Wiens (Kinderkirche), Pfarrer Dietmar Stuke und CVJM-Vorsitzender Jochen Störmer. Foto: Moritz Winde

Pfarrer: »Jesus war ein heiterer Mensch«

»In der Kirche wird viel zu wenig gelacht. Wir alle sind doch leider immer so bierernst. Dabei sollten wir viel fröhlicher sein – gerade im Gottesdienst. Schließlich haben wir doch eine frohe Botschaft zu verkünden«, findet Pfarrer Dietmar Stuke und zitiert den großen Reformator der Evangelen. Martin Luther soll einmal folgendes gesagt haben: »Aus einem verzagten Arsch, kommt kein fröhlicher Furz!« Stuke ist der festen Überzeugung, dass auch Jesus ein heiterer Mensch gewesen ist. »Hätte er sonst auf einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt, als dieser leer war?«

Eigentlich sollte Clownin Flora bereits zur 160-Jahr-Feier der Gemeinde 2017 auftreten. »Das hat aber leider aus Termingründen nicht geklappt«, sagt CVJM-Vorsitzender Jochen Störmer. Von ihm stammt die Idee, Profi-Spaßmacherin Bettina Fröhlich-Burkamp zu engagieren.

Clownin hat in Laar geheiratet

Sie ist übrigens eine alte Bekannte. »Wir haben acht Jahre lang in Bielefeld gelebt und

Clownin Flora alias Bettina Fröhlich-Burkamp.

von da aus am Gemeindeleben in Laar teilgenommen. Nach Herford hat mich die Liebe getragen. Mein Mann ist in Stedefreund aufgewachsen und war immer sehr mit der Kirchengemeinde in Laar verbunden. Wir haben viele schöne Erlebnisse im CVJM gehabt. Ganz kurz war ich mal erste Vorsitzende. Übrigens habe ich meinen Mann auch in der Laarer Kirche geheiratet«, erzählt die zweifache Mutter. Mittlerweile lebt die gelernte Erzieherin mit ihrer Familie allerdings im nordhessischen Habichtswald.

Dietmar Stuke sagt, dass dieser ungewöhnliche Gottesdienst ein Experiment sei. Er sei sofort begeistert gewesen. »Schon als kleines Kind habe ich Zirkus geliebt – ganz besonders die Clowns. Sie haben einen anderen Blickwinkel auf die Umstände, nehmen eine andere Position ein. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass auch wir als Pfarrer mitunter zum Clown werden.«

Kichererbsen und Lachgummis zum Abschluss

Der knapp einstündige Familiengottesdienst, an dem viele Kinder beteiligt sind, beginnt am Sonntag, 4. Februar, um 10 Uhr. Anschließend geht es rüber in den Gemeindesaal zum gemütlichen Beisammensein bei heißem Kaffee. Und außerdem gibt es – na klar – Kichererbsenmus und Lachgummis.

Kommentar

Eine Clownin gehört in den Zirkus und nicht in den Gottesdienst. Das ist der erste Reflex, den sicher die meisten haben werden. Auch ich hatte diese Schere im Kopf. Nach einem kurzen Moment, stellte ich mir aber die Frage: Weshalb eigentlich nicht?

Herfords mit Abstand kleinste Gemeinde – zu Laar gehören weniger als 2000 Mitglieder – beweist Mut, indem sie sich mit Flora eine ausgewiesene Spaßmacherin ins Haus holt. So etwas Komisches hat es schließlich noch nie gegeben. Doch Kirche muss offen sein für Experimente. Die Leute rennen ihr schließlich nicht unbedingt die Türen ein. Die Veranstaltung darf nur nicht zur albernen Farce verkommen.

Es wird auch diesmal Kritiker geben, für die Humor auf der Kanzel nichts zu suchen hat. Sie sollten sich allerdings fragen, was würden Jesus und der liebe Gott sagen? Vermutlich hätten sie nichts dagegen – und würden vielleicht sogar mitlachen.

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