Sanierungswettbewerb soll Klimaschutz voranbringen Kreis sucht Ideen zum Energiesparen

Herford (WB). Undichte Fenster, alte Heizung, ungedämmtes Dach: So kann Klimaschutz nicht funktionieren. Aber wie dann? Der Kreis ruft zum ersten Mal zu einem Sanierungswettbewerb auf. Honoriert werden sollen Ideen baulicher Veränderungen, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Von Bärbel Hillebrenner
Mit einer Photovoltaikanlage kann der CO2-Verbrauch drastisch gesenkt werden.
Mit einer Photovoltaikanlage kann der CO2-Verbrauch drastisch gesenkt werden. Foto: dpa

Das Klimaschutzkonzept des Kreises – vor genau zwei Jahren entwickelt – hat zum Ziel, bis 2030 den CO2-Verbrauch um 25 Prozent zu senken, das sind 770.000 Tonnen. Die letzten Zahlen stammen aus 2012, da wurde im Kreisgebiet ein Verbrauch von 2,577 Millionen Tonnen ermittelt, eine unvorstellbare Zahl. Und der private Haushalt nimmt davon 26 Prozent ein. Und genau da will der Sanierungswettbewerb ansetzen.

Private Bauherren und Fachleute sind aufgerufen

»Bei dem Wettbewerb geht es nicht um Pläne oder nur theoretische Vorschläge. Es sollen gute, beispielhafte Ideen schon umgesetzt sein«, erklärt Anna-Lena Mügge. Die 27-Jährige ist beim Kreis die Klimaschutzbeauftragte und mit der Durchführung des Projekts befasst. Sie ist derzeit mitten in den Vorbereitungen, denn spätestens im Frühjahr soll es schon losgehen.

Die ersten Ideen, so Anna-Lena Mügge, seien bereits auf dem Bauforum im Dezember erläutert worden. »Es geht in dem Wettbewerb um bauliche Veränderungen an Häusern, an Lagerhallen oder Bürogebäuden, um zukunftsweisende Ideen oder innovative Technologien, die konkret zur Senkungen der CO2-Emissionen beitragen«, sagt die Expertin. Als Beispiele nennt sie: Einbau neuer Fenster, Aufrüstung der Heizungstechnik oder der Einbau eines kleinen Blockheizkraftwerks. Die Photovoltaikanlage zählt ebenso zu den Möglichkeiten des Energiesparens wie eine ordentliche Dämmung der Fassade. »Ob Privatinvestor oder Unternehmer, Fachleute wie Architekten oder Handwerker – sie alle sind angesprochen«, sagt Anna-Lena Mügge. Denn nicht nur die Maßnahmen der privaten Bauherren, sondern auch jener, die größere Objekte energetisch saniert haben, könnten bei dem Kreisaufruf mitmachen.

Umgesetzte Projekte statt theoretischer Pläne

»Es reicht aber nicht, nur einen Plan vorzulegen. Die Jury will sicher auch was sehen können.« Die umgesetzten Projekte bräuchten auch nicht ganz neu zu sein, denn wenn eine energetisch optimale Sanierung zum Beispiel schon 2014 entstanden sei, wäre das ebenso für den Wettbewerb geeignet. Allerdings seien die Örtlichkeiten auf das Kreisgebiet begrenzt. »Ein Architekt, der eine Sanierung in Süddeutschland gemacht hat, kann diese nicht einreichen.«

Die Jury soll aus Experten der Baubranche bestehen, auch aus Vertretern des Kreises. Namen stehen noch nicht fest, der genaue Starttermin ebenso wenig. Aber, so die Klimaschutzbeauftragte, man könne jetzt schon damit beginnen, den Wettbewerbsbeitrag schriftlich zu formulieren, um ihn dann im Frühjahr einzureichen.

Präsentation im Internet und Geldbetrag

Was aber können die Teilnehmer gewinnen? »Es gibt einen Geldbetrag, da suchen wir noch nach Sponsoren. Aber auch der Kreis selbst gibt natürlich etwas dazu«, berichtet die Klimaschutzbeauftragte. Die ausgesuchten Beispiele sollen auf der Internetseite des Kreises vorgestellt werden. Auch die Möglichkeit, die prämierten Sanierungen direkt vor Ort zu zeigen, wäre sinnvoll für künftige Bauobjekte. »Zum Beispiel an einem Tag der offenen Tür«, sagt Anna-Lena Mügge.

Die Ausschreibungsbedingungen für den Wettbewerb inklusive des Zeitplans werden jetzt erarbeitet. Wer Fragen hat, kann sich an die Klimaschutzbeauftragte des Kreises unter 05221/131322 wenden.

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