Bürgermeister, Geschichtsverein und Ernstmeier-Stiftung unterzeichnen Vereinbarung Archäologisches Fenster soll 2020 stehen

Herford (WB). »Bis zum Sommer 2020 soll das archäologische Fenster am Münster stehen«, sagt Bürgermeister Tim Kähler und lacht verschmitzt. Er freut sich darauf, dass die herausragende Herforder Stiftsgeschichte dann neben der Münsterkirche präsentiert wird. Und wohl auch darüber, dass die Eröffnung 2020 ins Jahr der Bürgermeister-Wahl fällt.

Von Ralf Meistes
So sieht der Entwurf für das archäologische Fenster neben der Münsterkirche aus. Hier soll öffentlich zugänglich die Herforder Stiftsgeschichte präsentiert werden.
So sieht der Entwurf für das archäologische Fenster neben der Münsterkirche aus. Hier soll öffentlich zugänglich die Herforder Stiftsgeschichte präsentiert werden. Foto: Architekturbüro Pfeiffer, Ellemann, Preckel.

Da kommt so ein städtebauliches Highlight dem Amtsinhaber gerade recht. Am Dienstag nun unterzeichneten Tim Kähler, Eckhard Wemhöner als Vorsitzender des Vereins für Herforder Geschichte, und Ute Blanke vom Vorstand der Ernstmeier-Stiftung eine Finanzierungsvereinbarung.

Ute Blanke (von links), Tim Kähler und Eckhard Wemhöner unterzeichnen die Finanzierungsvereinbarung. Foto: Stefan Wolff

Herzenswunsch von Dieter Ernstmeier

3,3 Millionen Euro soll das archäologische Fenster am Münster (AFaM) kosten. Fast 1,6 Millionen Euro stammen aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Bundes . Für die noch fehlenden etwa 1,7 Millionen Euro hatten der Herforder Geschichtsverein und die Dieter-Ernstmeier-Stiftung im September der Stadt Herford bereits eine Co-Finanzierung zugesagt. Diese Finanzierungsvereinbarung wurde nun besiegelt.

»Dies ist ein weiterer Grundstein für die Darstellung unserer Geschichte«, sagte Bürgermeister Kähler gestern. Und Ute Blanke ergänzte: »Es ist hohe Zeit, dass der Herzenswunsch von Dieter Ernstmeier umgesetzt wird.« Seit dem Jahr 2000, so erklärte Eckhard Wemhöner, gebe es bereits die Idee eines Museumsbaus, in dem die Stiftsgeschichte präsentiert wird: »Deshalb ist das für uns heute ein freudiger Tag.«

Wemhöner dankte dem Bürgermeister und der Verwaltung für deren Engagement in den vergangenen Monaten und hob außerdem die besondere Rolle von Prof. Matthias Wemhoff hervor. Der Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte hatte von 1988 bis 1990 auf dem Areal rund um die Münsterkirche die Ausgrabungen geleitet und damit die Baugeschichte des karolingischen Klosters geklärt.

Freigelegte Stiftsmauern und begehbare Glasflächen

Zusammen mit dem münsterschen Architekten Jörg Preckel hat Wemhoff den Plan für das archäologische Fenster entwickelt. Der Plan sieht Neubauten über den freigelegten Stiftsmauern vor und begehbare Glasflächen, so dass die architektonischen Bodendenkmale zugleich gesichert und erschlossen werden.

Über den weiteren Prozess der Planung informierte Wirtschaftsförderer Dieter Wulfmeyer. So werden jetzt die Architektenleistungen ausgeschrieben und es soll einen Planungswettbewerb geben. Dieser soll Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Sobald der Bewilligungsbescheid für die Fördergelder vorliege, könne Anfang 2019 mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit wird bis zu 18 Monate betragen.

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