Keine Verletzten nach Sturmchaos in Herford – Dachdecker im Dauereinsatz »Waldspaziergang verboten!«

Herford (WB). Die Telefone der Dachdeckerbetriebe in Herford standen am Freitag nicht still. Überall im Stadtgebiet hatte Sturmtief »Friederike« Dachpfannen von den Häusern gepustet und Bäume umstürzen lassen. »Alles in allem sind wir aber glimpflich davongekommen«, sagt Magnus Kasner, Geschäftsführer der WWS. Derweil warnt die Stadt davor, die Wälder zu betreten.

Von Ralf Meistes und Moritz Winde
Der Lärm von Motorsägen war am Freitag überall zu hören. Etliche Bäume wurden durch das Sturmtief »Friederike« komplett entwurzelt, wie dieses Exemplar im Tierpark.
Der Lärm von Motorsägen war am Freitag überall zu hören. Etliche Bäume wurden durch das Sturmtief »Friederike« komplett entwurzelt, wie dieses Exemplar im Tierpark. Foto: Moritz Winde

15.000 Euro Schaden an Schulen

Für die Stadt beziffert Abteilungsleiter Uwe Werner die Schäden an den Schulen auf etwa 15.000 Euro. Vor allem am Königin-Mathilde-Gymnasium, dessen Gebäude aufgrund des Steildaches besonders viel Angriffsfläche für den Wind bot, sind Schäden entstanden. »Glücklicherweise ist niemand verletzt worden«, sagt Werner.Kleinere Sturmschäden gab es noch an den Grundschulen Wilhelm-Oberhaus, Falkstraße, Mindener Straße und Herringhausen.

Zugleich sprach die Stadtverwaltung die Empfehlung aus, den Wald rund um den Tierpark nicht zu betreten. Auch der Kreis Herford sprach eine Warnung aus und verwies zugleich auf das Verbot des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Das Regionalforstamt OWL hat ein Verbot ausgesprochen, die Wälder zu betreten. Dieses Verbot gilt vorerst bis zum 31. Januar, 24 Uhr.

»Der Sturm hat den Stadtwald mit Wucht getroffen. Es liegen noch zahlreiche Bäume auf den Wegen. Weitere drohen umzustürzen«, schildert der städtische Mitarbeiter Ralf König die Situation. Die Stadt arbeite mit Hochdruck daran, die Wege wieder frei zu machen. »Spaziergänger, Hundebesitzer, Jogger und Walker werden deshalb eindringlich gebeten, den Stadtwald in den nächsten Tagen nicht zu betreten«, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Lange Auftragsliste

Lediglich kleinere Schäden vermeldet auch die WWS Herford, die immerhin mehr als 3000 Wohnungen auf dem Herforder Stadtgebiet betreut. »Es gab einige Dachschäden und an der Quedlinburger Straße ist ein Baum gegen eine Hauswand gefallen. Sturmtief Friederike war aber bei weitem nicht so schlimm wie damals Kyrill«, sagt Magnus Kasner.

»Bei uns geht pausenlos das Telefon«, sagt beispielsweise Mario Kralemann vom gleichnamigen Dachdecker-Betrieb. Seine Leute sind nicht nur in Herford, sondern auch in Bielefeld und Hiddenhausen unterwegs, um Dächer zu reparieren. Auch von den Dachdeckerbetrieben Sandmann und B+K Mader heißt es: »Die Telefondrähte laufen heiß.« »Wir werden auch am Samstag noch rausfahren, um Schäden zu beseitigen. Nächste Woche geht es dann weiter. Die Auftagsliste ist lang«, sagt Dirk Freiberger vom Dachdeckerbetrieb F. Sandmann.

H2O sperrt Außenbereich

Aus Sicherheitsgründen wurde am Donnerstagnachmittag auch der Außenbereich am Freizeitbad H2O gesperrt. »Wir hatten unsere aktuellen Baustellen gut gesichert und haben auch ansonsten Vorsorge getroffen. Im Sinne unserer Gäste haben wir aber sowohl den Außenbereich der Saunalandschaft als auch das Außenschwimmbecken in der Zeit von 13.30 bis 15.30 Uhr gesperrt«, sagt Betriebsleiter Markus Diering. Lediglich einige umherfliegende Liegen mussten wieder eingesammelt werden.

Auf dem Alten Friedhof an der Hermannstraße waren drei Bäume auf Gräber gestürzt, ein Baum fiel im Aawiesenpark um. Das Sturmtief hat seine Spuren auch in der Innenstadt hinterlassen. So kippte ein Bauzaun in der Höckerstraße um. Großflächig abgesperrt wurde der Bereich vor Blumen Risse auf dem Alten Markt, weil Gefahr vom Dach drohte.

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