Hauptschule Meierfeld läuft im Juli aus – Zukunft des Gebäudes erst teilweise geklärt Wer zieht in diese leeren Klassenräume ein?

Herford (WB). Die Hauptschule Meierfeld läuft zum Sommer aus. Dann schließt Peter Wilcek (63) die Tür ein letztes Mal ab – und gibt den Schlüssel zurück. »Dabei sieht es hier aus wie am ersten Tag«, sagt der kommissarische Schulleiter.

Von Jan Gruhn
Dieser Klassenraum steht bereits jetzt leer: Direktor Peter Wilcek wird im Sommer die Schlüssel abgeben, die Hauptschule läuft aus.
Dieser Klassenraum steht bereits jetzt leer: Direktor Peter Wilcek wird im Sommer die Schlüssel abgeben, die Hauptschule läuft aus. Foto: Jan Gruhn

Kein Wunder, denn 2008/2009 wurde die Schule mit viel Geld aufgemöbelt – wortwörtlich. In den Klassenräumen im untersten Geschoss zum Beispiel stehen neuwertige Stühle und Tische, die für Unterrichtszwecke flexibel umgestellt werden können. Die Räume sind lichtdurchflutet, sowohl Richtung Flur als auch nach außen sind große Fenster eingebaut. Ein Multimedia-Wagen mit Beamer steht in jedem Raum, passend zur Projektionsfläche an der Wand.

Nur noch 50 Schüler: Flure stehen leer

Weil für die aktuell noch 50 Zehntklässler und zwei Sonderklassen die Räume in der Etage darüber ausreichen, steht der Flur unten leer. »Wir haben damals in toller Zusammenarbeit mit der Stadt das Konzept für das Gebäude entwickelt«, meint Wilcek. Umso weniger kann er nachvollziehen, dass sich diese Qualitätsoffensive jetzt in Wohlgefallen auflöst.

Zum Ende des Schuljahres ist die HSM Geschichte. Was mit den Räumen passiert, ist laut Stadtverwaltung noch nicht endgültig geklärt. So könnte die Albert-Schweitzer-Schule – wie vor einiger Zeit angedacht – doch noch umziehen. Allerdings gebe es seitens der Landesregierung bislang keine Signale, wie es mit den Förderschulen weitergehe, erklärt die zuständige Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann. Deshalb wolle man zunächst abwarten.

Sicher ist allerdings, dass das Königin-Mathilde-Gymnasium ab Sommer zeitweise ins Hauptschul-Gebäude zieht. Der Grund: Im KMG müssen die naturwissenschaftlichen Räume saniert werden. »Das Gymnasium wird die Fachräume nutzen«, sagt Froese-Kindermann. So könne verhindert werden, dass im Zuge der Sanierungsarbeiten am KMG Container aufgestellt werden müssten.

Hier zieht bald ein Gymnasium ein. Foto: Jan Gruhn

Wasserschäden im Physikraum

Die wenig genutzte Ausstattung der Chemie- und Biologie-Räume lasse das ohne Probleme zu, schätzt der Hauptschul-Rektor. Einzig der Physikraum könnte zum Problem werden. Dort seien durch innen liegende Regenrohre immer wieder Wasserschäden zu beklagen. Neben dem KMG soll auch die Ernst-Barlach-Schule einen Teil der künftig leeren HSM nutzen. Wie genau das geschehen soll, steht dem Vernehmen nach allerdings noch nicht fest.

Und was passiert mit dem Kollegium der Hauptschule? »Wir sind noch neun Leute«, sagt Wilcek. Drei gehen in Pension, eine Kraft wechselt ins Kommunale Integrationszentrum. Fünf weitere werden wohl an Hauptschulen im Umland verteilt, meint der Schulleiter. Er selbst hat als angestellter Lehrer noch vier Jahre bis zur Rente. Bereits jetzt leitet er neben der HSM auch eine Hauptschule in Bad Salzuflen. Dort seien es aktuell noch 350 Schüler. Wenn die HSM zu ist, wechselt er ganz.

Eine Träne zum Abschied?

»Wir hatten hier wirklich goldene Zeiten«, überlegt der Direktor mit Leidenschaft für Musik. Er und seine Kollegen hinterlassen zum Beispiel einen gut ausgestatteten Musikraum samt Tonstudio. Der »größte Schulzoo Europas« (Wilcek) ist schon länger nicht mehr da. Bereits jetzt plant der Schul-Chef die Abschiedswoche. Dann werde er mit Sicherheit einige Tränchen verdrücken, meint der Pädagoge. 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.