Bauvoranfrage für Hotel-Grundstück in Herford erneut abgelehnt – Entwickler verklagt Stadt Hotel Ehrler: Jetzt geht’s vor Gericht

Herford (WB). Das alte Hotel Ehrler im Herzen von Elverdissen wird ein Fall für die Justiz. Nachdem seine Bauvoranfrage erneut abgelehnt wurde, fährt Projektentwickler Udo R. Helling härtere Geschütze auf. Er hat die Stadt Herford beim Verwaltungsgericht Minden verklagt.

Von Moritz Winde
Seit Jahren gammelt das alte Hotel Ehrler in Elverdissen vor sich hin. Jetzt könnte allerdings Bewegung in die Sache kommen. Das Verwaltungsgericht in Minden muss klären, was auf dem Areal im Herzen des Dorfes gebaut werden darf.
Seit Jahren gammelt das alte Hotel Ehrler in Elverdissen vor sich hin. Jetzt könnte allerdings Bewegung in die Sache kommen. Das Verwaltungsgericht in Minden muss klären, was auf dem Areal im Herzen des Dorfes gebaut werden darf. Foto: Moritz Winde

Kaufpreis betrug 765.000 Euro

»Mir reicht’s!, sagt der 75-Jährige und breitet etwa ein halbes Dutzend Bebauungspläne

Werretal-Chef Udo R. Helling entwickelt seit 30 Jahren Neubaugebiete. Foto: Winde

vor sich aus – alles unterschiedliche Entwürfe für das Ehrler-Grundstück. »Und alle von der Bauverwaltung abgewiesen.«

Helling versteht deshalb die Welt nicht mehr: Seit 30 Jahren sei er im Geschäft, solche dicken Steine habe ihm bislang aber noch keine Behörde in den Weg gelegt. Er vermutet: »Die Stadt Herford sieht mich als Querulanten.« Helling führt dies auf einen lange zurückliegenden und zu seinen Gunsten beendeten Rechtsstreit mit der Stadt zurück. Seitdem seien die Fronten verhärtet.

Der Chef der Bauverwaltung, Beigeordneter Dr. Peter Böhm, erklärt: »Herr Helling hat sich nie an zuvor getroffene Vereinbarungen gehalten. Er wollte immer mehr Häuser genehmigt bekommen, als im Vorfeld besprochen.« Man sehe der Klage deshalb auch vollkommen gelassen entgegen.

Seit 1995 kümmert sich Udo Helling mit seinem Herforder Unternehmen Werretal, das seinen Sitz an der Bunsenstraße hat und dort acht Mitarbeiter beschäftigt, bundesweit um die Erschließung von Wohnbaugebieten. Als er 2015 die Gelegenheit hatte, das Ehrler-Areal für 765.000 Euro zu kaufen, witterte er einen guten Deal. Doch von vorneherein gibt es unterschiedliche Ansichten zwischen ihm und der Verwaltung.

Aus 36 Häusern wurde ein Haus

Unstrittig ist der Bau eines Ärztehauses samt Pflegeeinrichtung (Bonitas) und Gemeinschaftsraum, das an der Stelle gebaut werden soll, wo heute noch das leer stehende, marode Hotel steht. Helling aber war das Einzelgebäude nicht genug: Er wollte ein Neubaugebiet schaffen – und zwar für 36 Einfamilienhäuser. Der Bedarf sei schließlich da, argumentierte er.

Aus 36 wurden 20 Einfamilienhäuser, aus 20 wurden sechs Mehrparteienhäuser, aus sechs wurde zuletzt nur noch eins.

Doch Peter Böhm stellt klar: »Um eine Versiegelung der Flächen zu verhindern, konnten wir auch das nicht zulassen – übrigens in Übereinkunft mit der Politik. Zwar könnte der Bebauungsplan geändert werden, wir halten es aber an dieser Stelle für nicht sinnvoll.« Darüber hinaus gibt es Uneinigkeit über die Lage der Zufahrt.

Knackpunkt an der Geschichte: Weil Helling für seine Zusatz-Projekte keine Erlaubnis erhält, lässt er das Hotel verrotten. Dabei liegt die Abrissgenehmigung seit längerer Zeit vor. Jetzt will der 75-Jährige, dass die Sache vom Verwaltungsgericht geklärt wird. Eine Einigung mit der Stadt schließe er aus.

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