Staatsanwaltschaft fahndet nach Herforder Rathaus-Randalierer Flüchtling auf der Flucht

Herford (HK). Eigentlich sollte der so genannte Herforder Rathaus-Randalierer längst im Gefängnis sitzen. Jetzt stellt sich heraus, dass er offenbar untergetaucht ist. »Der Mann wird gesucht. Er ist zur Fahndung ausgeschrieben«, sagte Oberstaatsanwalt Udo Vennewald auf Anfrage dieser Zeitung.

Von Moritz Winde
Im Oktober 2016 müssen Polizisten das Rathaus schützen, nachdem ein Mann dort randaliert hat.
Im Oktober 2016 müssen Polizisten das Rathaus schützen, nachdem ein Mann dort randaliert hat. Foto: Moritz Winde

Haftbefehl erlassen

Die Bielefelder Behörde hat deshalb einen Vollstreckungshaftbefehl gegen den Flüchtling erlassen. Wie mehrfach berichtet, war dieser zu einer 13-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Hamm als letzte Instanz hatte seine Revision abgelehnt. Der Afrikaner wurde wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung, wiederholten Hausfriedensbruchs und mehrfacher Sachbeschädigung verurteilt.

Normalerweise wäre dem Asylbewerber Ende vergangenen Jahres seine Vorladung zum Haftantritt zugeschickt worden. Soweit kam es aber nicht: »Der Mann war nirgendwo gemeldet«, sagte Udo Vennewald. Bis zuletzt hatte der Afrikaner – es wird vermutet, dass er aus dem Senegal stammt – in einer Flüchtlingsunterkunft in der Gneisenaustraße gewohnt. Nur weil er keine Ausweispapiere hatte, konnte er nie abgeschoben werden, obwohl sein Asylantrag abgelehnt worden war. Seine wahre Identität ist nicht bekannt. Drei Jahre bezog er soziale Leistungen.

Frühere Festnahme nicht möglich

Nun kann es niemanden verwunden, dass der Mann, dessen Alter auf Mitte 30 geschätzt wird, nicht freiwillig seine Haft angetreten hat. Sein Pflichtverteidiger Sven Peters hatte bereits im Oktober gesagt, er habe seit einem halben Jahr keinen Kontakt mehr zu seinem Mandanten. Weshalb hat man den Rathaus-Randalierer nicht eher festgenommen? »Weil die Voraussetzungen für einen Haftbefehl damals nicht gegeben waren«, erklärte Staatsanwalt Udo Vennewald.

Richard Rönn, Personalchef der Stadt Herford, sagte: »Wir alle sind erleichtert, dass sich der Mann nicht mehr in Herford aufhält.« Der Randalierer hatte einige Rathaus-Mitarbeiter sogar mit dem Tod bedroht. Deshalb wurde ihm Hausverbot erteilt und der Verwaltungssitz zwischenzeitlich sogar von der Polizei und einem Sicherheitsdienst bewacht – ein Novum in Herford.

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