Beigeordneter Dr. Peter Böhm möchte Sondersitzung im März Wehrumbau: Anwohner undGutachter an einen Tisch

Herford (HK). Die Pläne sind groß, die Bedenken sind es auch. Und deshalb möchte Beigeordneter Dr. Peter Böhm zum Umbau des Bergertor-Wehrs und zur Umgestaltung der Werre eine Sondersitzung des Bauausschusses abhalten. Am besten noch im März.

Von Ralf Meistes
Das Bergertor-Wehr in der Abenddämmerung: Die Stadt Herford möchte das alte Wehr abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Derzeit ermittelt ein Gutachter, wie marode das bestehende Wehr ist. Im März soll es eine Sondersitzung geben.
Das Bergertor-Wehr in der Abenddämmerung: Die Stadt Herford möchte das alte Wehr abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Derzeit ermittelt ein Gutachter, wie marode das bestehende Wehr ist. Im März soll es eine Sondersitzung geben. Foto: Moritz Winde

Ergebnisse werden vorgestellt

»Wir wollen Gutachter, betroffene Anlieger, Wassersportler – alle an einen Tisch holen, um über die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen zu informieren«, kündigt Böhm an.

Abriss des alten Wehrs

Wie berichtet, soll im Zuge der Renaturierung der Werre das alte Wehr am Bergertor abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Zuletzt wurden zwei Ausbauvarianten diskutiert. Die Bauverwaltung favorisiert die Variante 3a, wonach das jetzige Wehr durch einen Neubau ersetzt wird, der auf der Hälfte der jetzigen Wehrbreite errichtet werden soll. Zusätzlich zu diesem etwa 20 Meter breiten Wehrneubau soll dann ein Raugerinne gebaut werden.

Kosten zwischen 3,6 und 4,5 Millionen Euro

Unter Raugerinne versteht man eine mit Bausteinen befestigte Schräge, die gewährleistet, dass Fische und andere Wasserlebewesen diesen Bereich der Werre passieren können. Für die Variante 3a sind Kosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro ermittelt worden.

Umstritten an diesem Vorgehen ist, dass die Werre um 50 Zentimeter abgesenkt werden soll. Durch eine Absenkung des Wasserstandes befürchten Hausbesitzer entlang der Werre Schäden an ihren Gebäuden. Bereits in der jüngsten Ratssitzung machte Beigeordneter Dr. Böhm deutlich, dass die Stadt Herford zur eigenen Absicherung vor späteren Schadensersatzansprüchen vor Beginn der Umbaumaßnahmen an der Werre ein Beweissicherungsverfahren in Auftrag geben wird.

Kanuten äußern Bedenken

Gegen eine Absenkung ist auch der Herforder Kanu-Klub (HKK). Die Wassersportler fürchten, dass eine Absenkung des Wasserstandes das Drachenboot-Training künftig unmöglich machen würde, weil die Werre dann nicht mehr genügend Wassertiefe habe.

Aus Sicht des HKK müsse deshalb die Variante 3b zum Tragen kommen. Dabei könne im Zuge des Werreumbaus auf eine Absenkung verzichtet werden. Allerdings wäre diese Ausbauvariante mit 4,5 Millionen Euro auch deutlich teurer als die Variante 3a.

Weitere Flüsse im Blick

Die Umgestaltung der Werre steht im Zusammenhang mit der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Deren Vorgaben muss Herford bis spätestens 2027 erfüllen. Und da es neben der Werre auch die Flüsse Aa, Eickumer Mühlenbach, Düsedieksbach und Bramschebach auf Herforder Gebiet betrifft, will die Verwaltung bald mit der Umgestaltung der Werre beginnen.

Beschluss bis zum Sommer

»Deshalb sollen im Vorfeld noch einmal alle Beteiligten zu Wort kommen«, begründet Dr. Böhm die geplante Sondersitzung. Ein Datum steht noch nicht fest. »Ich möchte aber bis zum Sommer vom Stadtrat einen Beschluss«, betont Böhm.

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