Jetzt ist Tulpenzeit: Auf dem Hof Schwagmeier in Herford werden 750.000 Exemplare geerntet Lust auf Frühling?

Herford (WB). Tulpen aus Amsterdam? Von wegen! Auch in Herford wachsen die prächtigen Schnittblumen – und zwar im großen Stil. Bei der Gärtnerei Schwagmeier läuft die heiße Erntephase.

Von Moritz Winde
Weiß, Lila und natürlich das klassische Rot: Die Tulpen auf dem Hof Schwagmeier gibt es in 25 verschiedenen Varianten. Tochter Merle zeigt einen bunten Strauß, der soeben geerntet wurde. Neben Tulpen werden Rosen und Gerbera gezüchtet.
Weiß, Lila und natürlich das klassische Rot: Die Tulpen auf dem Hof Schwagmeier gibt es in 25 verschiedenen Varianten. Tochter Merle zeigt einen bunten Strauß, der soeben geerntet wurde. Neben Tulpen werden Rosen und Gerbera gezüchtet. Foto: Moritz Winde

Das Familienunternehmen, das etwas versteckt in einer Seitenstraße der Engerstraße kurz

Schon als Steppke hat sich Heiner Schwagmeier zwischen den Beeten getummelt.

vor der B 239 liegt (Am Knie 9-11), hat sich auf den Anbau der Liliengewächse spezialisiert. Auf einer Fläche von einem Hektar – das ist etwa so groß wie anderthalb Fußballfelder – werden in riesigen Gewächshäusern die edlen Pflanzen gezogen. Sie gibt es dort in 25 verschiedenen (Farb)-Sorten.

Herr der Tulpen, deren Name übrigens auf die Turbantücher vornehmer Osmanen in Persien zurückgehen (»dulband«) soll, ist Heiner Schwagmeier (52). Er übernahm die Gärtnerei 1991 von seinem Vater Heinz, der sie 1962 aus der Taufe gehoben und damit schon damals einen guten Riecher bewiesen hatte. »Warum teuer einkaufen, wenn man es selbst machen kann?«, hatte sich der Gründer damals gefragt.

Heute ist der Betrieb nach eigenen Angaben der größte seiner Art in der Region und

Nur wenige Zentimeter groß sind die Tulpenzwiebeln bei der Pflanzung. Foto: Winde

beliefert 50 Großkunden täglich frisch. Verkauft werden die Blumen zudem auf dem Großmarkt in Bielefeld sowie im eigenen Hofladen. Bis Ende Mai werden – wenn alles glatt geht – um die 750.000 Tulpen geerntet worden sein.

Der Weg zur Tulpe ist lang: »Die Zwiebeln sind beim Pflanzen nur wenige Zentimeter groß. Es dauert acht Wochen, bis die Blumen gepflückt werden können«, sagt Heiner Schwagmeier. Um gut zu wachsen, benötigen die Blumen täglich frisches Wasser und eine konstante Temperatur von 15 Grad Celsius.

Für die wohlige Wärme sorgt ein eigenes Holzkraftwerk. Die Energiepreise auf dem freien Markt, sagt der Chef, hätten die Firma vermutlich längst in den Ruin getrieben. »Wir würden pro Jahr zwischen 300.000 und 400.000 Liter Öl verbrauchen.« Die Heizkosten hätten viele seiner holländischen Kollegen in die Knie gezwungen, weil die Regierung irgendwann die Subventionen eingestellt habe. »Das ist der Grund, weshalb heute 60 Prozent der Schnittblumen aus Afrika kommen«, sagt Heiner Schwagmeier.

Das Problem bei der Kenia-Ware: Durch die lange Reise könne weder Frische noch ökologische Unbedenklichkeit gewährleistet werden – ganz anders als bei den Tulpen made in Herford.

Verlosung

Draußen ist es Grau in Grau. Das drückt auf die Stimmung. Ein frischer Farbtupfer für die eigenen vier Wände ist in dieser tristen Zeit genau das Richtige. Wir verlosen gemeinsam mit der Gärtnerei Schwagmeier zehn bunte Tulpensträuße.

Die Gewinn-Hotline des WESTFALEN-BLATTES, 01379/883005 (0,50 €/ Anruf dt. Festnetz, ggf. andere Mobilfunkpreise), ist das ganze Wochenende über geschaltet. Die Sträuße werden unter allen Anrufern verlost. Viel Glück! Herr der Tulpen: Gärtner Heiner Schagmeier trägt die Verantwortung für den Betrieb, in dem sieben Mitarbeiter beschäftigt sind. Foto: Moritz Winde

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