Starkregen sorgt für Dauereinsatz der Feuerwehr – hoher Schaden am Lockhauser Weg in Herford Keller unter Wasser

Herford (WB). »Burglind« hat auch in Herford heftige Schäden angerichtet. Es kam zu zahlreichen Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern. Die Feuerwehr musste kreisweit zu 42 Einsätzen ausrücken. Besonders schlimm erwischte es Michael Dahme: »In zehn Minuten stand der Keller unter Wasser.«

Von Moritz Winde
In diesen Kellerräumen am Lockhauser Weg stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch.
In diesen Kellerräumen am Lockhauser Weg stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch.

Der 58-Jährige sagt, dass der finanzielle Schaden durch den dauerhaften Starkregen in die Zehntausende gehe. Am Mittwochabend nahm das Unheil in der Lockhauser Straße seinen Lauf. Weil die Böden gegen 17 Uhr nichts mehr aufnehmen konnten, suchte sich das Wasser einen anderen Weg – und zwar direkt in das Einfamilienhaus von Michael Dahme. »Gegen solche Wassermassen ist man machtlos.«

Der Angestellte der Telekom musste nahezu tatenlos mit ansehen, wie seine

In der Teichstraße in Eickum baggert die SWK einen Graben aus. Foto: Winde

Kellerräume nach und nach vollliefen. Die braune Brühe sickerte unaufhörlich durch die herunter gelassenen Jalousien und die Ritzen des geschlossenen Fensters und zerstörte den Laminatboden sowie alles, was sich auf ihm befand. Darunter Möbel, Elektrogeräte, Kisten und haufenweise Spielzeug, das seine Ehefrau Annette Dahme als Tagesmutter benötigt.

Erst die Profis der Feuerwehr wurden der Wassermassen mit Spezialpumpen Herr. Zwei Stunden waren sie im Einsatz, die Dahmes selbst versuchten bis tief in die Nacht, die schlimmsten Auswirkungen zu beseitigen. Zurück blieben ein unbewohnbarer Keller und die Frage, wie es so weit kommen konnte.

War es höhere Gewalt oder hätte all dies verhindert werden können? »Wir wohnen seit 20 Jahren hier. Und noch nie hatten wir Probleme mit Wasser«, stellt Michael Dahme klar. Der 58-Jährige ist der Meinung, dass der Bauer, der den angrenzenden Acker bewirtschaftet, fahrlässig gehandelt habe. »Weshalb hat er seit einiger Zeit keine Furche mehr gezogen, in der der Regen hätte ablaufen können?«, fragt er.

Stephan Sauer, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld, betont, dass Landwirte dazu nicht verpflichtet seien. »Mir ist zumindest keine solche Vorschrift bekannt.« Hätte ein Graben das Volllaufen des Kellers wirklich verhindern können? Feuerwehrchef Michael Stiegelmeier ist skeptisch. »Das ist natürlich hypothetisch. Aber bei diesen Regenmengen hätte eine einzige Furche sicher nicht gereicht.« Er rät von Hochwasser gefährdeten Hausbesitzern, selbst Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Stichwort: Sandsäcke.

Ein Tipp, der Michael Dahme in seiner jetzigen Situation nicht weiterhilft. Er ist heilfroh, dass der Schaden über die Elementarversicherung abgesichert ist. »Auf den ganzen Ärger hätte ich aber lieber verzichtet.«

Weitere Einsätze

In Herford musste der Schnatweg in Höhe der Kinsbeke wegen Überflutung gesperrt werden. An der Teichstraße in Eickum lief Wasser von nahe gelegenen Feldern in die alte Mühle. Das Wasser stand bis zur Kellerdecke. Zum Glück wird das Gebäude seit langem nicht mehr genutzt. Es soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Am Hundebach musste ein Einlauf von Unrat befreit werden, der ein Gitter verstopfte und somit den Abfluss verhinderte. Der Pegel der Werre stieg zeitweise deutlich über vier Meter an, die erste Meldestufe wird bereits bei 3,80 Meter erreicht.

Die Feuerwehr mit der hauptamtlichen Wache, dem Löschzug Mitte sowie den Löschgruppen Elverdissen und Diebrock war mit 50 Kräften und sieben Fahrzeugen bis spät in den Abend im Einsatz. In der Wache wurde eine Einsatzleitung eingerichtet.

Kein guter Jahresbeginn für Michael Dahme: Von dem benachbarten Acker ist das Wasser am Mittwochabend in sein Haus gelaufen. Foto: Moritz Winde

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.