Kündigung nach Untreueverdacht Ex-Bedienstete der JVA klagt vor Arbeitsgericht

Herford (WB). Eine Mitarbeiterin der JVA Herford soll 30000 Euro veruntreut haben , wurde entlassen – und klagt nun vor dem Arbeitsgericht. Die 65-Jährige erhebt massive Vorwürfe gegen ihren Ex-Arbeitgeber. Die Anschuldigung der Unterschlagung sei haltlos und bis heute nicht konkretisiert. Sie sei durch arglistige Täuschung und widerrechtlicher Drohung zur Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages bewegt worden. Der Prozess beginnt am Donnerstag um 12.15 Uhr.

Von Moritz Winde
In der JVA Herford soll eine ehemalige Mitarbeiterin 30000 Euro veruntreut haben.
In der JVA Herford soll eine ehemalige Mitarbeiterin 30000 Euro veruntreut haben. Foto: Moritz Winde

Die Klägerin arbeitete als Verwaltungsbeschäftigte seit 31 Jahren im Gefängnis, zuletzt als Zahlstellenverwalterin. Während ihres Urlaubs stellte ihr Stellvertreter Unregelmäßigkeiten im Verwahrkonto fest. Die 65-Jährige räumte ein, ab 2013 Gelder unterschlagen zu haben, über die Schadenssumme machte sie keine Angaben. Gegen sie wird seitdem ermittelt.

Nach den tarifvertraglichen Vorschriften im öffentlichen Dienst ist die Klägerin ordentlich unkündbar. Der Personalrat der JVA Herford hat sowohl einer außerordentlichen Kündigung als auch der Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch Abschluss eines Aufhebungsvertrages zugestimmt. Der Frau wurde Bedenkzeit eingeräumt, um den angebotenen Aufhebungsvertrag zu unterzeichnen. Als Alternative wurde der Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung als möglich erachtet. Die Klägerin ließ die Frist zwar verstreichen, meldete sich aber zur Vereinbarung eines Termins zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages, der dann noch am gleichen Tag unterzeichnet wurde. Trotzdem reichte sie Klage ein.

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