In der Rutsche das Schlüsselbein gebrochen Klage gegen H2O endet mit Vergleich

Herford (WB/pjs/uko). Der Rechtsstreit um einen folgenschweren Unfall im Freizeitbad H2O ist per Vergleich beigelegt worden: Das bestätigte Rechtsanwalt Stefan Kruse auf Anfrage.

Naim Haliti vor der »Jungle Cone«-Rutsche des H2O.
Naim Haliti vor der »Jungle Cone«-Rutsche des H2O. Foto: Peter Schelberg

Wie berichtet, hatte der Herforder Naim Haliti die Stadtwerke-Tochter Freizeiteinrichtungen GmbH verklagt und vor dem Landgericht Bielefeld etwa 5000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld gefordert. Der Vergleich sieht laut Rechtsanwalt Kruse vor, dass der Badbetreiber ohne Anerkennung einer Rechtspflicht 1500 Euro an den Kläger zahlt, der zudem sieben Familien-Tageskarten erhalte.

Der Hintergrund: Haliti hatte im Dezember 2013 die neu installierte Reifenrutsche »Jungle Cone« getestet. Bei der rasanten Abfahrt kenterte der Reifen mit dem heute 37-Jährigen in einem der Trichter. Haliti stürzte auf den Kunststoffboden der Röhre, brach sich das Schlüsselbein und musste operiert werden. Zudem erlitt er Prellungen.

Dem H2O-Betreiber warf Rechtsanwalt Kruse vor, seine Verkehrssicherungspflicht verletzt zu haben. Die Reifenrutsche mit den Riesen-Trichtern im H2O, die viele Licht- und Soundeffekte bietet und eine der Attraktionen des Bades ist, hat vom Schweizer Hersteller Klarer Freizeitanlagen AG den Schwierigkeitsgrad »schwarz« erhalten. Sie gilt daher als Rutsche mit dem höchsten Risikograd. Bei der Klage ging es auch um Sicherheitshinweise. Das Landgericht hatte 2016 zunächst ein Sachverständigengutachten einholen wollen.

H2O-Chef Markus Diering bestätigte, dass ein Vergleich zustande gekommen sei. Einen Anlass, an der Rutsche etwas zu ändern, sieht er nicht: »Wir haben alles getan, damit die Anlage sicher ist. Sie wird auch regelmäßig vom TÜV kontrolliert. Aber es bleibt ein Sportgerät – da sind Unfälle nie ganz ausgeschlossen.«

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