Bürgermeister Tim Kähler wollte dunkelblaue Sakkos und Blazer – Personalrat dagegen Dresscode im Rathaus abgelehnt

Herford (WB). Dunkelblaues Sakko für Männer, dunkelblauer Blazer für Frauen und für beide jeweils ein helles Oberteil: So sollte nach den Vorstellungen der Verwaltungsspitze künftig der Dresscode für Bedienstete im Rathaus aussehen. Der Personalrat allerdings hat diesen Vorschlag am Montagnachmittag abgelehnt.

Von Peter Schelberg
So hätte der offizielle Stadt-Dress aussehen können, wären die Pläne im Rathaus umgesetzt worden: ein dunkelblauer Blazer mit hellem Oberteil für Mitarbeiterinnen und für ihre männlichen Kollegen ein dunkelblaues Sakko mit hellem Hemd.
So hätte der offizielle Stadt-Dress aussehen können, wären die Pläne im Rathaus umgesetzt worden: ein dunkelblauer Blazer mit hellem Oberteil für Mitarbeiterinnen und für ihre männlichen Kollegen ein dunkelblaues Sakko mit hellem Hemd. Foto: Moritz Winde

»Es gibt entsprechende Überlegungen«, hatte Susanne Körner, Pressesprecherin der Stadt Herford, im Vorfeld auf Anfrage bestätigt. Bürgermeister Tim Kähler habe mit den Beigeordneten im Verwaltungsvorstand erörtert, wie durch geeignete Kleidung für Besucher besser erkennbar gemacht werden könne, wer im Rathaus tätig sei.

»Wir wollen damit ein einheitliches Erscheinungsbild nach außen abgeben«, verwies die Sprecherin auf den Wunsch, den Dresscode auch als Element der »corporate identity« der Stadt Herford einzuführen.

Blaues Sakko oder Blazer

Daher sollten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neuen Bürgerberatung, die Ende Januar ins Rathaus umzieht, mit blauem Sakko beziehungsweise Blazer ausstaffiert werden. »Darunter sollte ein helles Oberteil getragen werden – das kann ein Hemd sein, ein T-Shirt, ein Rollkragenpulli oder eine Bluse, erläuterte Susanne Körner die ursprünglichen Pläne: »Dunkelblau kann man gut kombinieren, das steht eigentlich jedem.«

Angedacht war die Einführung der neuen Kleiderordnung für Anfang Februar – auch mit Blick auf das Rathausjubiläum. Einbezogen werden sollten neben der Bürgerberatung zeitgleich auch der Info-Point und der Stabsbereich Bürgermeisterbüro.

Sakko oder Blazer (»gleicher Blauton, gleicher Schnitt«) wären zentral für alle bestellt und auch von der Stadt bezahlt worden. Was der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin darunter trage, bliebe ihm oder ihr überlassen. Nicht Teil der Dresscode-Pläne sind Hosen, Schuhe oder Krawatten: »Die Mitarbeiter hätten also weiter eine Jeans zum Sakko anziehen können, die Mitarbeiterinnen beispielsweise einen Rock zum Blazer«, so die Pressesprecherin. Die ursprünglichen Pläne des Verwaltungsvorstands sahen auch vor, nach einem »Testlauf« zu überprüfen, ob der Dresscode auch in anderen Bereichen der Verwaltung eingeführt werden könnte.

Bürgermeister will Thema weiter verfolgen

»Wir werden im Gespräch bleiben«, sagte Bürgermeister Tim Kähler am Montag nach der Ablehnung durch den Personalrat. Ihm sei daran gelegen, »das Thema ›corporate identity‹ in der Stadtverwaltung weiter zu bewegen.

Sicher ist, dass im Februar Namensschilder für die Stadt-Bediensteten eingeführt werden. Hier hat der Personalrat zugestimmt: »Es werden etwa 500 Schilder sein«, sagte Sprecherin Körner. Zurzeit werde abgefragt, was auf die Schilder graviert werden soll: »Das kann jeder Mitarbeiter selbst entscheiden – ob der Vor- und der Nachname zu sehen sein sollen oder nur der Nachname mit Herr oder Frau davor.«

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Kommentare

Hääää???

Wozu einheitliche Kleidung für Mitarbeiter in öffentlichen Ämtern? Die erkennt man doch von weitem an ihrem genervten Gesichtsausdruck.

Ein Hoch auf den Betriebsrat

Wie gut das es keine wichtigeren Themen im Rathaus gibt als sich um die Kleiderordnung zu kümmern. Bravo an den Betriebsrat, der damit der Stadt auch erhebliche Kosten ge/er spart hat.
Auch die Kosten für neue Namensschilder sind unnütz, einfach eine Hülle mit Magneten oder Sicherheitsnadel kaufen, den Dienstausweis rein, anheften, fertig.

Erkennbarkeit

"[...] wie durch geeignete Kleidung für Besucher besser erkennbar gemacht werden könne, wer im Rathaus tätig sei."

Ich erkenne sie daran, dass die auf der anderen Seite des Schreibtischs sitzen. Gute Entscheidung vom Personalrat.

3 Kommentare

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