Landgericht verhängt zwei Jahre auf Bewährung – mitangeklagte Mutter (74) erleidet Zusammenbruch Nach Brand: 39-Jähriger wegen Betrugs verurteilt

Herford/Bielefeld (WB). Zwei Jahre auf Bewährung wegen versuchten Betruges: So lautete das Urteil gegen einen 39-jährigen Mann aus Enger,  der im Februar 2015 das Haus seiner Mutter in Brand gesetzt haben soll, um 520 000 Euro von der Versicherung zu kassieren.

Von Steve Wasyliw
Mit Brandbeschleuniger soll der 39-Jährige Feuer im Zweifamilienhaus an der Hausheiderstraße gelegt haben. Wegen Betrugs verurteilte das Landgericht den Mann zu zwei Jahren auf Bewährung.
Mit Brandbeschleuniger soll der 39-Jährige Feuer im Zweifamilienhaus an der Hausheiderstraße gelegt haben. Wegen Betrugs verurteilte das Landgericht den Mann zu zwei Jahren auf Bewährung.

Nach zwei Verhandlungstagen war die I. Große Strafkammer des Landgerichts Bielefeld um den Vorsitzenden Richter Wolfgang Korte zu der Überzeugung gelangt, dass der Blumenverkäufer vorsätzlich Feuer mittels eines Brandbeschleunigers in seiner Küche gelegt hat. Durch den Brandherd im ersten Obergeschoss entstand ein Dachstuhlbrand im Zweifamilienhaus. In der Folge wurde auch die im Erdgeschoss befindliche Wohnung der 74-jährigen Mutter unbewohnbar.

Ob die Rentnerin in die Tatpläne involviert war, blieb im Prozess offen. Das gegen sie von der Staatsanwaltschaft Bielefeld angestrengte Verfahren musste abgetrennt werden, da die vierfache Mutter aus gesundheitlichen Gründen am zweiten Verhandlungstag nicht teilnehmen konnte.

Nach einem Zusammenbruch am Freitag wurde sie in ein Herforder Krankenhaus eingeliefert. Daher kam es zu Verzögerungen vor der Strafkammer. Das Verfahren gegen die 74-Jährige wird separat fortgeführt.

Hund stieß auf Brandbeschleuniger

Richter Wolfgang Korte ließ in seinem Urteil keinen Zweifel daran erkennen, dass die angeklagte Tat dem 39-jährigen Sohn nachgewiesen werden konnte. Ein Polizeispürhund stieß in seiner Wohnung auf großflächig aufgetragenen Brandbeschleuniger. Das vermeintliche Alibi einer nächtlichen Fahrt nach Hamm-Rhynern konnte durch Mobilfunkverbindungen widerlegt werden.

So wählte sich das Handy des Mannes zum Zeitpunkt der Brandlegung permanent in Funkmasten rund um seine Adresse in der Hausheiderstraße ein. Zwar seien Abweichungen von einigen hundert Metern möglich, so ein Kriminalbeamter, jedoch könnte man eine Ortung auf den Kilometer genau in größeren Ballungszentren unterstellen. Keinesfalls kann der verurteilte Betrüger bereits zum Tatzeitpunkt an einer Hammer Raststätte gewesen sein.

Geldnot sei der Grund für den versuchten Versicherungsbetrug gewesen, so die Richter. Sowohl Staatsanwältin Malin Tau als auch Rechtsanwalt Dr. Detlev Binder beantragten eine Bewährungsstrafe. Dieser Forderung kam die Strafkammer nach. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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