Polizei nimmt psychisch Kranken auf dem Weihnachtslicht fest – FDP verlangt Auskunft Mann soll mit Bombe gedroht haben

Herford (WB). Ein offenbar unter Drogen stehender, psychisch kranker Mann hat am vergangenen Dienstag, 27. Dezember, auf dem Herforder Weihnachtsmarkt randaliert. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei festgenommen und in die Psy­chia­trie eingewiesen.

Von Gerhard Hülsegge
Der Neue Markt in Herford.
Der Neue Markt in Herford. Foto: Moritz Winde/Archiv

Anfrage der FDP an den Landrat

Die FDP-Kreistagsfraktion vermutet einen salafistischen Hintergrund und hat dazu eine Anfrage an den Landrat gestellt. Sie möchte wissen, warum der Vorfall nicht öffentlich gemacht worden ist.

Stephen Paul (FDP).

Wie Stephen Paul, Fraktionsvorsitzender der Liberalen, in der Anfrage schreibt, soll der Randalierer laut Augenzeugenberichten »Alla­hu Akbar« (»Allah ist groß«) gerufen haben. Außerdem sei berichtet worden, dass das Auftreten bei Händlern und Gästen des Weihnachtsmarktes Aufregung ausgelöst habe und es zu einem Handgemenge gekommen sei.

Diese Darstellung bestätigt ein Schausteller, der einen Glühweinstand auf dem Neuen Markt betrieben hat, im Gespräch mit dieser Zeitung Demnach habe der Angreifer zunächst einem älteren Radfahrer einen Schlag gegen den Kopf versetzt, so dass dieser bewusstlos zu Boden sank. »Wir haben versucht, den Schläger mit fünf Mann zu bändigen«, erklärte der Schausteller, der aus Angst vor Repressalien nicht namentlich genannt werden möchte und nach eigener Aussage selbst eine Beule am Hinterkopf, Prellungen am Kiefer und Schürfwunden bei dem Gerangel davontrug. Der angeblich stadtbekannte Moslem habe sich sehr aggressiv verhalten und erklärt: »Ich habe eine Bombe im Rucksack.« Später sei allerdings nur ein Messer gefunden worden.

Bielefelder Staatsschutz ist eingeschaltet

Polizeisprecher Steven Heydon bestätigte den Angriff eines 23-jährigen Herforders mit einem Holzbrett auf den 41-jährigen Schausteller. Über die religiöse Zugehörigkeit des Angreifers sei indes nichts bekannt oder notiert worden. Allerdings habe der Deutsche gesagt: »Allah soll alle töten.« Auch der Bielefelder Staatsschutz wurde eingeschaltet. Vier Streifenbeamte seien im Einsatz gewesen. Der von Passanten gefesselte Tatverdächtige habe selbst um die Einweisung in eine Klinik gebeten. Von einer Bombe und einem Rucksack sei der Polizei nichts bekannt. Auch der angeblich verletzte Radfahrer konnte bislang nicht ermittelt werden.

Landrat Jürgen Müller

Die FDP möchte trotzdem wissen, welche Gründe es dafür gegeben hat, den Vorfall behördlicherseits nicht öffentlich bekannt zu machen. Sie dringt auf rasche Klärung nach dem terroristischen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. »Wir müssen bei der Herausgabe von Pressemitteilungen abwägen, was interessant ist und was die Leute verunsichert«, meinte Polizeisprecher Haydon.

Landrat Jürgen Müller sagte am Sonntag: »Der Mann war psychisch verwirrt und es handelte sich um eine ganz normale Körperverletzung.«

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