Hochbetrieb bei der Tafel – Freitag letzte Ausgabe – Zwischen den Jahren geschlossen Lachs, Litchies und andere Leckerbissen

Kreis Herford (WB).Brote und Brötchen gibt’s in rauhen Mengen. Auch die Kaffeepäckchen stapeln sich. Dazwischen liegen die Exoten: frische Ananas und Papaya, Erdbeeren und Litchies und sogar eine Trink-Kokosnuss. Die Herforder Tafel ist in den Tagen vor Weihnachten gefüllt wie ein großer Supermarkt.

Von Bärbel Hillebrenner
In der Herforder Tafel herrscht vor Weihnachten Hochbetrieb: Es werden die leckersten Lebensmittel in rauhen Mengen gespendet. Da haben die Mitarbeiter jede Menge zu tun: (von links) Barbara Beckmann, Uwe Grühl, Marlies Onyekwelu, Margit Otto und Renate Herzog.
In der Herforder Tafel herrscht vor Weihnachten Hochbetrieb: Es werden die leckersten Lebensmittel in rauhen Mengen gespendet. Da haben die Mitarbeiter jede Menge zu tun: (von links) Barbara Beckmann, Uwe Grühl, Marlies Onyekwelu, Margit Otto und Renate Herzog. Foto: Bärbel Hillebrenner

Für die Vorsitzende Barbara Beckmann ist das Angebot der Tafel eigentlich immer wie Weihnachten: »Wir bekommen ja die nicht verkauften Lebensmittel geschenkt und geben sie an die Bedürftigen weiter.« Und doch gibt’s am Benter Weg in Herford sowie an den anderen drei Ausgabestellen in Hiddenhausen, Enger und Spenge derzeit so viel wie das ganze Jahr über nicht. »Lachs und Krabben haben wir zwar öfter. Aber Erdbeeren im Winter oder sogar die Kokosnüsse sind schon Raritäten«, sagt Margit Otto. Da steht in den Regalen sogar mal so was Seltenes wie Schalottensenf.

70 Märkte spenden für 2300 Bedürftige

Dass für 2300 registrierte Bedürftige genug da ist, dafür sorgen über 70 Märkte, Bäckereien und andere Geschäfte aus dem Kreis Herford. Zu den Spendern gehört sogar die Polizei. Sichergestelltes Diebesgut, dessen Besitzer nicht mehr ermittelt werden können, werden aus der Asservatenkammer zur Tafel gebracht. »Da haben wir schon mal Unmengen an Zahnpasta bekommen,« sagt Barbara Beckmann. Was die Tafel nicht braucht, seien Kleidung oder Spielzeug. »Manche wollen ihren Keller ausmisten, aber dafür sind wir nicht zuständig.«

Man habe das Gefühl, in der Vorweihnachtszeit hätten die Märkte einen so großen Vorrat angelegt, dass sie dann doch Vieles nicht verkaufen würden. »Davon profitieren wir«, berichtet die Vorsitzende. Ihr Mitarbeiter Uwe Grühl war gerade in Köln – so weite Strecken werden nur dann gefahren, wenn es sich lohnt. Eine Supermarktkette hatte der Tafel mehrere Paletten mit Lebensmitteln geschenkt. »Der Kaffee reicht jetzt Monate«, sagt die Ehrenamtlerin Renate Herzog. Von der weihnachtlichen Spendenaktion eines Kaffeerösters hat die Herforder Tafel auch etwas abgekriegt: zwei Euro-Paletten mit neuer Kleidung und Haushaltsartikeln.

Zwischen den Jahren geschlossen

Gleich nach Neujahr geht noch einmal die Post ab in der Tafel. Barbara Beckmann: »Anfang des neuen Jahres wird all das gespendet, was die Märkte zu den Feiertagen nicht verkauft haben, insbesondere sämtliche Weihnachtsartikel.« Dann stehen die Kunden schon ab 2. Januar – an dem Tag in Schweicheln – lange vor der Öffnungszeit der Ausgabe Schlange – auch deshalb, weil die Tafel zwischen den Jahren schließt. Die letzte Ausgabe ist nur noch an diesem Freitag von 13 bis 15 Uhr am Benter Weg in Herford.Die üblichen Öffnungszeiten starten wieder in der ersten Januarwoche.

Kommentare

Schon Interessant zu lesen, dass die Tafel auch in diesem wieder schließt, trotz das sie mittelweile doch über 5 oder mehr Hauptamtliche Kräfte verfügt, diese indirekt von den Bürgern über 100 % Zuschüsse über das Jobcenter oder die Stadt Herford finanziert werden.

War es doch Frau Beckmann die 2014 durch einen Schließung der Herforder Tafel über Weihnachten und Neujahr für Aufmerksamkeit im Kampf für die 5 Hauptamtlichen Kräfte gesorgt hatte. Zitat aus der WB vom 17.12.14 Dass es jetzt zu dieser zweiwöchigen Schließung kommt, begründet Barbara Beckmann mit der Personal-Situation. »Wir brauchen Personen in öffentlich geförderter Beschäftigung«. Diese Stellen und ein jährlicher Zuschuss zu den Betriebskosten wurden Ihr doch in 2016 genehmigt und trotzdem schließt die Tafel über Weihnachten. Schon recht komisch, das ganze, die Bedürftigen zwischen den Jahren alleine zulassen. Oder reichen 5 Hauptamtliche und über 50 Ehrenamtliche immer noch nicht aus, um die Bürger im Kreis zu versogen ?

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