Männer sollen Asylbewerber mit Messer attackiert haben Frist verpasst: Prozess muss wiederholt werden

Herford (WB). Lange Gesichter am Donnerstag im Sitzungssaal 309 des Amtsgerichts Herford: Es sollte der sechste Verhandlungstag im Prozess gegen zwei Litauer sein, die in einer Nacht im Oktober 2015 zwei Asylbewerber in Enger angegriffen haben sollen. Und eigentlich sollte der Prozess zu Ende gehen. Das dachten jedenfalls die Prozessbeteiligten – bis einer der Anwälte der Angeklagten um ein Rechtsgespräch bat.

Von Karin Koteras-Pietsch
Vor dem Amtsgericht Herford muss ein Fall noch einmal verhandelt werden.
Vor dem Amtsgericht Herford muss ein Fall noch einmal verhandelt werden.

Darin wollte er nicht etwa über die Tat sprechen, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass ihm während der Fahrt zum Gericht aufgefallen sei, dass seit dem letzten Verhandlungstag vier Wochen verstrichen seien.

Gerichte sind allerdings dazu angehalten, nach spätestens drei Wochen weiter zu verhandeln. Ein Fehler, der wohl niemandem aufgefallen war. Richterin Alexandra Sykulla schlug entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen, Anwälte und Staatsanwältin schauten sich fassungslos an. Am Ende blieb der Richterin nichts anderes übrig, als die Verhandlung zu beenden. Der Fall muss nun wieder ganz von vorne verhandelt werden – inklusive der Anklageverlesung. Vor Dezember, so kündigte Sykulla an, werde das aber nichts werden. Ihr Terminkalender sei voll.

Den ausführlichen Bericht lesen sie am Freitag, 2. September, im WESTFALEN-BLATT, Lokalausgabe Herford.

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