»Tree of Life«-Band fordert 100 Zuhörer auf dem Alten Markt zum Tanzen auf Karibisches Sommer-Feeling

Herford (WB).

Von Charlotte Nachtmann
Reggae bringt die Menschen zusammen: Wer wie Finn Jessen ganz vorne an der Bühne steht, hat das Glück, direkt ins Mikrofon von Leadsänger Rob Steady singen zu dürfen. Die »Tree of Life«-Band nimmt ihre Zuhörer mit.
Reggae bringt die Menschen zusammen: Wer wie Finn Jessen ganz vorne an der Bühne steht, hat das Glück, direkt ins Mikrofon von Leadsänger Rob Steady singen zu dürfen. Die »Tree of Life«-Band nimmt ihre Zuhörer mit. Foto: Charlotte Nachtmann

Wer im Juli und August nicht verreist ist, braucht sich in Herford nicht zu langweilen. Die Kultur gGmbH und die Pro Herford setzen die Konzert- und Theater-Reihe »Mein Sommer, meine Stadt« auch in diesem fort. Lokale und internationale Künstler werden (Straßen-)Theater, Artistik, Comedy und Musik bieten. Termin ist immer freitags – der Start ins Wochenende soll laut Pro Herford fröhlich sein.

Und so war es auch beim Auftakt: »We're talking to the members of the human race« (»Wir sprechen zu den Mitgliedern der menschlichen Rasse«) – so heißt es im Intro-Medley der Bielefelder »Tree of Life«-Band. Bereits bei den ersten Takten ihres etwa 90-minütigen Auftritts zeigt die Band, was alles in ihrer modernen Art, Reggae zu spielen, steckt. Jazz bringen Saxofon (Jesse Hicks), Posaune (Sebastian Schulte) und Trompete (Lukas Pergande) ein.

Für ein bisschen Soul sorgen die Background-Sängerinnen Ruth Kordbarlag und Shabnam Nimi Divingela. Die beiden Front-Sänger Rob Steady und Luis Linton glänzen immer wieder mit Hip-Hop-Einlagen von atemberaubenden Tempo. Sogar Rockelemente finden ihren Platz, als Gitarrist David Gast zu »Battlefield« in der Mitte des Konzerts zum Solo ansetzt.

Kleine Anlaufschwierigkeiten

So viele kulturelle und musikalische Einflüsse im Sound der zwölf (am Samstag elf) jungen Künstler zusammenkommen, so bunt und gemischt ist auch das Publikum auf dem Alten Markt. Allerdings bedarf es erst eines Bandstreiks, um die Zuhörer vor die Bühne zu locken. Nach wenigen Minuten beschwert sich Leadsänger und Bandgründer Rob Steady: »Was ist los mit Euch? Hier ist so viel Platz direkt vor uns. Wir spielen erst weiter, wenn Ihr näher kommt und mittanzt.«

Und so kommt nach kleinen Anlaufschwierigkeiten auch richtig Stimmung in der Innenstadt auf. Kinder, Jugendliche und Erwachsene tanzen zusammen zu den entschleunigenden Rhythmen aus der Karibik. Und tatsächlich: Wer die Augen schließt und sich ganz Songs wie »Love« vom in Kürze erscheinenden Album hingibt, kann schon fast den Strand und die Palmen von Jamaika sehen.

Groß und Klein swingen mit

Strand und Palmen braucht es am Freitagabend aber gar nicht, um eine Idee des von Bob Marley geprägten Musikstils zu bekommen. Denn nicht nur Groß und Klein vor der Bühne swingen mit. Vor allem die Background-Sängerinnen zeigen, wie viel jamaikanischer Groove in Bielefeldern stecken kann. Und auch das Publikum wird Teil der Band. »Bring back the dance« singt der dutzende Stimmen umfassende Background-Chor gegen Ende des Konzerts.

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