Beim Insekten-Barbecue landen Wanderheuschrecken im Burger Geschmackskick für Mutige

Herford (WB). Es ist ein kulinarisches Geschmackserlebnis der besonderen Art: Bei Stefan Schäfer in Elverdissen standen am Samstag Mehlwürmer, Heuschrecken oder Zophoba auf der Speisekarte. Und auch wenn es manchen Überwindung kostete, herzhaft zuzubeißen – das Insekten-Barbecue stießen auf großes Interesse.

Von Sophie Hoffmeier
Diese Burger-Variation ist nicht für jeden etwas: Denn zu Hackfleisch, Gurke, Tomate, Salat und Ketchup gibt es fünf kross gegrillte ägyptische Wanderheuschrecken im Brötchen.
Diese Burger-Variation ist nicht für jeden etwas: Denn zu Hackfleisch, Gurke, Tomate, Salat und Ketchup gibt es fünf kross gegrillte ägyptische Wanderheuschrecken im Brötchen. Foto: Sophie Hoffmeier

Es ist angerichtet: Burger garniert mit ägyptischen Wanderheuschrecken, gerösteter Zophoba in Wackelpudding und Schoko-Crossies mit Mehlwurmeinlage. Klingt erstmal gewöhnungsbedürftig, kann aber durchaus lecker sein. Am Fachgeschäft Terra Base tummelten sich am Samstag zahlreiche Herforder auf der Suche nach dem Geschmackskick.

Am Ende siegt die Neugier

Stefan Schäfer hat sein Hobby zum Beruf gemacht und betreibt seit 2011 das Fachgeschäft für Terraristik als Nebenjob. Hier versorgt er Reptilienbesitzer mit fachgerechter Nahrung. »Ich grille selber total gerne und kann so meine beiden Leidenschaften zusammenbringen«, erzählt er.

Manche müssen erst ihren Ekel überwinden, doch bei den meisten überwiegt schlussendlich die Neugier. Das gilt auch für Nathalie, die Frau von Stefan Schäfer, die sich bislang stets gegen eine Insekten-Kostprobe gesträubt hatte. Ermutigt durch die positiven Reaktionen, wagt sie den Geschmackstest und ist überrascht: »Gar nicht so schlecht«, urteilt sie.

Snack mit nussigem Aroma

Küchen-Chef Stephan Höfner steht am Grill. Bevor die Heuschrecken tiefgefroren am Spieß auf den Grill kommen, werden ihnen die Beine abgenommen. Bei den Insekten gibt es einen Unterschied zwischen Futtertier- und Lebensmittelqualität. Heißt: Die Exemplare auf dem Grill bekommen kontrolliertes Futter.

Wenn sie rostbraun gebraten sind, richtet Höfner sie mit ein paar Handgriffen zu Fleisch, Salatblättern, Tomaten und Zwiebeln an. Er sieht großes Potenzial in den Snacks mit ihrem krossen, nussigen Aroma. »Gerade als Süßigkeit ist einiges denkbar«, sagt er. Die Kinder können derweil kleine Schaben-Rennen veranstalten. Wie viele andere Besucher ist Sonja Höppner von der Veranstaltung angetan: »Das ist eine super Aktion, weil sie Elverdissen belebt und mal was ganz anderes ist.«

Reichlich Protein – wenig Kohlenhydrate

Eindrücke werden ausgetauscht, denn für viele ist der Verzehr von Insekten Neuland. Dabei ist er in weiten Teilen der Erde ganz normal. Von Experten werden Insekten sogar als Mittel gegen den Welthunger gesehen. Immerhin enthalten sie reichlich Protein und Eiweiß und haben dabei nur wenige Kohlenhydrate.

Und wer weiß: Vielleicht wird die Heuschrecke auch bei uns mal zum Lebensmittelstandart. Für die meisten Besucher des Insekten-Barbecue wäre das jetzt kein Problem mehr. »Du darfst einfach nicht lange überlegen was du da isst, sondern einfach probieren«, sagt Timo Unverferth und beißt beherzt in seinen Burger. Na dann guten Appetit!

Kommentare

Insekten und Frikadelle?

Insekten sollen doch mal das Fleisch ersetzten, warum nicht dann die Frikadelle weglassen. Wir haben vor kurzem in einem mongolischen Restaurant selber einen Insektenteller bestellt ( hier gibt es eine Restaurantliste für Insekten zum Essen: http://wuestengarnele.de/warum-insekten-essen/liste-insekten-restaurant-in-deutschland ), aber dann ohne Rinder-Frikadelle - hat super geschmeckt.

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