85 Oldtimer rollen durch den Kreis Herford: Motorsportclub richtet ADAC -Linnenbauer-Fahrt aus Einfach klasse, diese Klassiker

Herford (WB). Ein Stelldichein alter Schätzchen und automobiler Klassiker: 85 Fahrer sind mit ihren Oldtimern bei der 31. ADAC-Fahrt an den Start gerollt – und haben viele neugierige Blicke auf sich gezogen.

Von Curd Paetzke
Ein ganz besonderer Wagen: Der Mercedes 280 SL Pagode von 1970, den das Team Ernst-August Hoppenbrock/Erwin Waschke (links) aus Melle steuerte, gehörte einst dem Chef von Warner Brothers Music in Amerika.
Ein ganz besonderer Wagen: Der Mercedes 280 SL Pagode von 1970, den das Team Ernst-August Hoppenbrock/Erwin Waschke (links) aus Melle steuerte, gehörte einst dem Chef von Warner Brothers Music in Amerika. Foto: Curd Paetzke

Samstagmorgen, Hof von Laer an der Senderstraße. Gerade bahnen sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch die turmhohen Bäume. Die auf Hochglanz polierten Karossen werden in ein malerisches Licht getaucht. Buckel Volvo, BMW 700, Mercedes 420 S, Käfer, Porsche 924, Alfa Romeo, Lancia Fulvia & Co. begrüßen den Frühling.

Magnus Korff vom Herforder Motorsportclub, der die Oldtimer-Tour durch den Kreis Herford ausrichtet, ist ein gefragter Mann. Als Fahrtleiter ist er Ansprechpartner für die Teilnehmer, die aus ganz Deutschland kommen. Sie werden in drei Gruppen aufgeteilt: »Sportlich«, »Touristisch«, »Oldtimerwandern«. Doch bevor es vom Hof von Laer (Start und Ziel) los geht, gibt’s erst mal ein Frühstück im Hofcafé und damit auch Gelegenheit zum Fachsimpeln. Etwas Spannung liegt da schon in der Luft, denn wie immer werden unterwegs kleine Aufgaben und Prüfungen zu erledigen sein. Die Route soll über Vlotho und Kirchlengern führen. Am Ende werden die besten Fahrer Pokale erhalten.

Dann werden die Motoren gestartet. Auch Ernst-August Hoppenbrock dreht den Zündschlüssel herum. Der Meller fährt einen ganz besonderen Wagen: Der schwarze Mercedes 280 SL Pagode von 1970 lief einst in Kalifornien (USA) und gehörte dem Chef von Warner Brothers Music in Amerika. »Entweder hat er den Benz selbst gefahren oder er hat ihn für seine Frau gekauft«, erzählt Hoppenbrock. Vor fünf Jahren hat der Oldtimer-Fan den Mercedes bei einem Händler in Deutschland entdeckt. Innen ist noch alles original, der Lack hingegen nicht mehr. Die 170 Pferdestärken des 280 SL garantieren ein flottes Vorankommen.

Von so viel PS unter der Haube kann Stephan Pohlmann nur träumen. Seine Ente hat gerade mal 28 davon, »wenn sie denn alle da sind«, fügt der Herforder schmunzelnd an. Enten-Motoren führen nicht selten ein undurchschaubares Eigenleben. Dennoch möchte Stephan Pohlmann den Fahrspaß nicht missen: »Immer wieder kommt es vor, dass Leute den Daumen hoch machen, wenn ich unterwegs bin.« Auch dieses Wägelchen hat eine Geschichte: Die weiße Ente gehört zu den letzten, die bei Citroën vom Band liefen.

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