Trinker-Gelage und vermüllte Beete im Umfeld der Klingenthal-Passage bleiben Ärgernis Schönste Innenstadt in OWL?

Herford (HK). »Das sieht ja  furchtbar aus!«: So lautete gestern der Standard-Kommentar vieler Passanten beim Anblick der   Pflanzbeete im Martinsgang vor der Klingenthal-Passage. Schon seit Tagen türmen sich hier Schnapsflaschen, leere Chipstüten, Scherben, Pappschachteln  und sonstige Abfälle  – wieder einmal.

Von Peter Schelberg
Ein abstoßendes Bild in der ansonsten weihnachtlich geschmückten Innenstadt: Die Pflanzbeete am Altstadt-Parkhaus sind wieder mal extrem zugemüllt – vor allem mit leeren Schnapsflaschen, Tabakpäckchen, Chipstüten, Bierkartons und Glasscherben.
Ein abstoßendes Bild in der ansonsten weihnachtlich geschmückten Innenstadt: Die Pflanzbeete am Altstadt-Parkhaus sind wieder mal extrem zugemüllt – vor allem mit leeren Schnapsflaschen, Tabakpäckchen, Chipstüten, Bierkartons und Glasscherben. Foto: Peter Schelberg

Jürgen Meißner, Geschäftsleiter  des Modehauses Klingenthal, ist sichtlich verärgert und hat auch Bürgermeister Tim Kähler auf das Problem des Trinker-Treffs am Parkhaus Altstadt aufmerksam gemacht:  »Der Bereich ist zurzeit wirklich extrem zugemüllt. Aber es geht mir nicht nur um den Dreck, der sich dort ansammelt. Wenn dort auch noch zeitweise fast 30 Leute herumstehen, die Alkohol trinken und lautstark pöbeln, dann ist das  für die Kunden, für unsere Mitarbeiter und die Passanten einfach unangenehm.«

Erst 2010 hatte Klingenthal mit Millionenaufwand sein Herforder Modehaus modernisiert und die Passage neu gestaltet. Parallel dazu sorgte die Stadt  mit neuer Pflasterung und  großen Pflanzbeeten für eine Aufwertung des Umfeldes. Dabei hatte sie die Rechnung allerdings ohne die Trinker gemacht: Denn  die zeigen nach wie vor  abwechselnd am Kaufhof oder am Altstadt-Parkhaus lautstark Präsenz – zum Leidwesen von Anwohnern, Einzelhändlern und Passanten.

Klingenthal-Geschäftsleiter Meißner gibt zu bedenken: »Wir versuchen, in der Weihnachtszeit Atmosphäre für die Kunden und Besucher der Innenstadt zu schaffen. Wir machen uns chic – und dann kommt man dort vorbei, sieht den Müll  und hört, wie sich die Leute  gegenseitig anbrüllen...«  Natürlich stehe er im Kontakt mit der Polizei, aber: »Die kann an der Situation leider auch nicht wirklich etwas ändern.« Mehr als ein kurzzeitiger Platzverweis für die trinkfesten Zeitgenossen – diese Erfahrung hat Meißner  gemacht –   sei üblicherweise nicht drin: »Spätestens nach ein paar Stunden stehen die wieder dort.« Ähnlich das Bild beim Müll: Den beseitige  zwar gelegentlich die SWK, aber nach kurzer Zeit seien die Beete erneut übersät mit leeren »St. Hubertus-Tropfen«-Fläschen und anderen Abfällen.

Meißner betont, er habe die Situation gegenüber der Verwaltung immer wieder angesprochen.    Und er sieht  hier in erster Linie die Stadt in der Pflicht: »Ich erwarte schon, dass sich die Stadt zum Thema ›Aufenthaltsqualität‹ durchgängig positioniert. Es ist gut, dass Herford die schönste Innenstadt OWLs werden will. Aber dann zählt das hier auch zu den Problemen, die man in den Griff bekommen muss...«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.