Sparkasse Herford unterstützt Solidaritätsfonds Jugendarbeitslosigkeit mit 12.000 Euro Große Chance für junge Menschen

Herford (WB). Abgebrochene Lehre, kein Schulabschluss, Krankheit, Sprachprobleme oder Gefängnisaufenthalt – Gründe dafür, dass ein Jugendlicher keinen Ausbildungsplatz bekommt, gibt es viele. Schwer vermittelbaren jungen Menschen hilft der Solidaritätsfonds Jugendarbeitslosigkeit. Siegfried Lux überreichte jetzt einen Scheck von der Sparkasse Herford in Höhe von 12.000 Euro.

Von Karin Koteras-Pietsch
Spendenübergabe an den Solidaritätsfonds Jugendarbeitslosigkeit (von links) Thomas Müller (Premium Store), Siegfried Lux (Sparkasse Herford), Klaus Waldschmidt (Vorsitzender Solidaritätsfonds) und die Azubis Marcus Kleinjohann und Manuel Günther.
Spendenübergabe an den Solidaritätsfonds Jugendarbeitslosigkeit (von links) Thomas Müller (Premium Store), Siegfried Lux (Sparkasse Herford), Klaus Waldschmidt (Vorsitzender Solidaritätsfonds) und die Azubis Marcus Kleinjohann und Manuel Günther. Foto: Karin Koteras-Pietsch

Vorsitzender Klaus Waldschmidt und Kurt Breder sind zwei der Gründungsmitglieder des Solidaritätsfonds, die heute noch für das Projekt im Einsatz sind. Sie nahmen den Scheck von Siegfried Lux entgegen und zwar an einem Ort, an dem das Geld verwendet wird: im Premium Store von Thomas Müller an der Salzufler Straße. Hier haben zwei junge Menschen, Marcus Kleinjohann (19) und Manuel Günther (21), dank des Engagements von Klaus Waldschmidt einen Ausbildungsplatz gefunden. In dem Dienstleistungsbetrieb für Unterhaltungselektronik, Telefone, Computer, Sat-Anlagen, Internetanschlüsse und vieles mehr lernen sie den Beruf des IT-Systems-Kaufmanns.

Manuel Günther hat es in Sachen Arbeit nicht leicht gehabt. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche hat er verschiedene Jobs angefangen, vom Service in der Gastronomie bis hin zur Arbeit auf dem Bau war alles dabei. Und dreimal hat er es mit einer Ausbildung versucht, unter anderem zum Maler und Lackierer und zum Trockenbauer. »Die Arbeit hat immer Spaß gemacht. Aber hier ist der Chef viel besser«, sagt der junge Mann und meint damit Thomas Müller. Der hat vor Jahren schon einmal einen Jugendlichen mit Problemen als Lehrling bei sich aufgenommen und gute Erfahrungen gemacht. »Der Junge hat uns damals viel Schwierigkeiten gemacht. Aber wir haben das hingekriegt. Er hat die Prüfung geschafft und anschließend sogar eine Anstellung in einem Betrieb gefunden«, freut sich Müller. Anschließend war es für ihn gar keine Frage, erneut benachteiligte Jugendliche aufzunehmen.

Neben Manuel Günther hat Müller auch Marcus Kleinjohann eingestellt. Der 19-Jährige hatte aus gesundheitlichen Gründen keinen Ausbildungsplatz gefunden. Wie sein Kollege Manuel Günther ist auch Kleinjohann mit Spaß bei der Arbeit. »In der Schule tun wir uns noch etwas schwer«, geben die jungen Männer zu. Aber sie sind zuversichtlich, die Prüfung zu schaffen. Ebenso ihr Meister. Thomas Müller: »Es kostet manchmal viel Mühe. Die Jugendlichen brauchen besondere Aufmerksamkeit.« Und nicht immer sei die Mühe von Erfolg gekennzeichnet. Einer seiner Schützlinge hatte vor zwei Jahren seine Lehre abgebrochen.

Wie sehr die jungen Leute intensive Begleitung brauchen, weiß auch Klaus Waldschmidt. »Manche nehmen’s mit der Schule nicht so genau, manche mit der Pünktlichkeit«, nennt der Vorsitzende nur zwei Beispiele. Aber wann immer in einem Betrieb mit einem Azubi etwas nicht läuft, kümmert der 77-Jährige sich persönlich. Und nebenbei muss er jede Menge Klinken putzen. Denn das Projekt ist kostspielig. Jeder Betrieb erhält aus dem Sozialfonds, der sich komplett aus Spendengeldern finanziert, zwischen 50 und 80 Prozent der Ausbildungsvergütung. Zusätzlich gibt es Geld für Schulungen, zum Beispiel Prüfungsvorbereitungen.

Mehr als 300 Jugendliche hat Waldschmidt in den vergangenen 31 Jahren an Lehr-Betriebe vermittelt. Die Sparte der Berufe reicht dabei vom Kaufmann bis zum Handwerker. 24 Jugendliche sind laufend in der Ausbildung, ein Ausbildungsplatz kostet den Fonds rund 20 bis 25.000 Euro. Spenden erhält der Solidaritätsfond von Kreditinstituten, Firmen, Privatleuten oder den Kirchen. »Und eben immer mal wieder von der Sparkasse Herford«, freut sich Waldschmidt.

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