Zwei Männer sollen für IS gekämpft haben - Mann aus Ostwestfalen auf Liste potenzieller Selbstmordattentäter? Herforder Salafist auf der Anklagebank

Düsseldorf/Herford (dpa). Zwei Männer aus Herford und Mönchengladbach sollen für die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien gekämpft haben. Seit Freitag sitzen die beiden 27-Jährigen vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf als mutmaßliche Terroristen auf der Anklagebank. Beim Prozessauftakt verweigerten die Angeklagten zunächst die Aussage.

Der Angeklagte Sebastian B. vor Gericht in Düsseldorf.
Der Angeklagte Sebastian B. vor Gericht in Düsseldorf. Foto: Christian Althoff

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft waren die Männer in NRW in die  salafistische Szene geraten. 2013 reisten sie dann über die Türkei nach Syrien und schlossen sich der militanten Islamistengruppe Jamwa an, die später in den Reihen der sunnitischen IS-Terroristen aufging.

In einem Ausbildungslager in Syrien wurden die Angeklagten laut Anklageschrift zunächst im Nahkampf ausgebildet, an der Kalaschnikow lernten sie das Schießen. Später sollen sie sich am Rande der damals umkämpften nordsyrischen Stadt Aleppo einem Verband vom Kämpfern aus Deutschland angeschlossen haben.

Herforder auf Liste potenzieller Selbstmordattentäter?

 
Der Herforder wird außerdem beschuldigt, sich auf einer Liste potenzieller Selbstmordattentäter eingetragen zu haben. Der Mönchengladbacher soll als stellvertretender Anführer eine Kampftruppe geleitet haben - ein Zeuge aus einem anderen IS-Prozess hatte ihn zuvor beschuldigt.

 
Den Vorwürfen des Staatsanwalts begleiteten die Männer kopfschüttelnd und grinsend. Ein Verteidiger deutete an, dass sein Mandant aus Herford möglicherweise im Laufe des Verfahrens aussagen werde.