Notunterkunft für Flüchtlinge in der Harewood-Kaserne soll ab Montag betriebsbereit sein »Warm, trocken und satt«

Herford (WB). Die ersten Flüchtlinge werden  Montag ab 10 Uhr in der Harewood-Kaserne erwartet: »Wir werden alles betriebsbereit vorbereitet haben«, sagte Bürgermeister Tim Kähler am Donnerstag  beim Rundgang durch die  künftige Notunterkunft.

Von Peter Schelberg
Die Feldbetten für die Flüchtlinge stehen bereit: (von links) Lisa Geisler, Canan Dincer und Lea Kraschinski vom DRK Herford-Stadt haben die Schlafgelegenheiten am Donnerstagabend in der künftigen Notunterkunft aufgebaut.
Die Feldbetten für die Flüchtlinge stehen bereit: (von links) Lisa Geisler, Canan Dincer und Lea Kraschinski vom DRK Herford-Stadt haben die Schlafgelegenheiten am Donnerstagabend in der künftigen Notunterkunft aufgebaut. Foto: Peter Schelberg

200 Asylsuchende aus unterschiedlichen Ländern sind angekündigt. Sie sollen in den westlich gelegenen Blocks Nr. 5 und 6 einquartiert werden. »Im Prinzip sind die Gebäude funktionstüchtig. Wir können aber die verbleibende  Zeit über das Wochenende nutzen, um noch Zimmer zu reinigen und kleinere Arbeiten zu erledigen«, zeigte sich Stadtbaudezernent und Einsatzleiter Dr. Peter Böhm erleichtert über die Fristverlängerung – denn am Donnerstag musste die Verwaltung nach den ersten Meldungen zunächst davon ausgehen, dass die ersten Busse mit Flüchtlingen bereits am nächsten Tag nach Herford kommen würden.

Die Blocks gegenüber der geplanten Notunterkunft  (vom Eingang Saarstraße aus gesehen auf der rechten Seite)  sollen als Zentrale Unterbringungseinrichtung vorbereitet werden, erläuterte Böhm. Wie lange die  der Notunterkunft zugewiesenen Flüchtlinge tatsächlich in Herford bleiben, stehe noch nicht fest. Nach  Erfahrungen der DRK-Kreisbeauftragten Susanne Paul-Brandt  müssen einzelne Flüchtlinge  nach der Ankunft noch registriert oder medizinisch durchgecheckt werden.

Hausärztliche Versorgung wird eingerichtet

Der DRK-Sanitätsdienst werde rund um die Uhr vor Ort sein,  eine hausärztliche Versorgung soll eingerichtet werden. Die Flüchtlinge würden mit dem Notwendigsten versorgt: Dazu zählen Decken, Kissen oder  Zahnbürsten ebenso wie  Mahlzeiten. Der Caterer kann  die Kücheneinrichtung mit Kühlgeräten  in der Kaserne nutzen. Die Zimmer sind mit Schränken und Waschbecken ausgestattet, auf den Etagen  gibt es gepflegte, für Männer und Frauen getrennte Sanitärräume. »Wir versorgen die Menschen hier mit dem Nötigsten  nach der Zielvorgabe ›warm, satt und trocken‹«, erklärte Susanne Paul-Brandt:  »Eine Notunterkunft ist kein Luxushotel.«

Zur Unterbringung der Flüchtlinge in den Kasernengebäuden gibt es aus Sicht von Bürgermeister Kähler keine sinnvolle Alternative: »Das ist allemal besser als Zelte, Container oder Lagerhallen. Und bei der Nutzung von Turnhallen  hätten wir den regulären Schulbetrieb einschränken müssen.«  Kähler unterstrich, dass die in der Notunterkunft einquartierten Flüchtlinge bereits auf die von der Stadt zu erfüllende Asylbewerber-Quote angerechnet werden.

Ein Sicherheitsdienst wird  das umzäunte Kasernengelände bewachen und am Eingang eine Personenkontrolle einrichten, kündigte der Verwaltungschef an. Bürger, die ehrenamtlich bei der Betreuung der Flüchtlinge mitarbeiten wollen, können sich im Internet beim DRK-Team Westfalen registrieren ( www.team-westfalen.de ) oder sich per E-Mail unter »notunterkunft@herford.de«  bei der Stadt melden.

»Wir brauchen vor allem Dolmetscher oder Helfer im sozialen Bereich«, sagte DRK-Beauftragte Paul-Brandt. Sie bat, mit Sachspenden zu warten, bis geklärt sei, was die Flüchtlinge tatsächlich benötigten. Hilfsbedürftige würden zunächst von den vier Kleiderkammern im Kreis mit Kleidung und Schuhen ausgestattet.

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