Stadtwerke nehmen drei Brunnen vom Netz – vermutlich Entlüftungsrohre defekt – Chlorung geht weiter Erneut Keime im Wasserwerk

Herford (WB). Weil erneut eine Keimbelastung im Wasserwerk Steinbeck (Bad Salzuflen) festgestellt worden ist, haben die Stadtwerke Herford drei Brunnen vom Netz genommen. »Da das Trinkwasser weiter gechlort wird, müssen wir kein Abkochgebot aussprechen«, sagte Stadtwerkeleiter Detlef Jeretzky.

Von Ralf Meistes
Nach den kräftigen Regenschauern am vergangenen Wochenende soll verunreinigtes Wasser durch diese Rohre der Be- und Entlüftung in die Zuwasserleitung gelangt sein.
Nach den kräftigen Regenschauern am vergangenen Wochenende soll verunreinigtes Wasser durch diese Rohre der Be- und Entlüftung in die Zuwasserleitung gelangt sein. Foto: Reiner Toppmöller

Der Verbrauch des Trinkwassers sei unbedenklich, so Jeretzky. Nach ersten Erkenntnissen soll nach dem Starkregen vom vergangenen Wochenende verunreinigtes Wasser durch die Rohre der Be- und Entlüftung in die Zuwasserleitung gelangt sein. Eine Dränage, die die Überschwemmung der Be- und Entlüftungsrohre verhindern soll, habe vermutlich nicht funktioniert. Über den Lüftungsschacht wird die Luft in den Wasserrohren reguliert.

Nach einer ersten Analyse hat Schlamm die Dränage und die Abflüsse an den Brunnenringen verstopft. Der Schaden an der Belüftung zwischen Brunnen 8 und 9 sei am Mittwochmittag bereits behoben worden. Auch der Schaden am Rohr zwischen Brunnen 7 und dem Einlauf zum Wasserwerk sollte gestern beseitigt werden. Dennoch geht Stadtwerkeleiter Jeretzky davon aus, dass die betroffenen Leitungen in den kommenden drei bis vier Wochen nicht wieder ans Netz angeschlossen werden.

Bakterienbelastung ist geringer als vor einigen Wochen

Laut Wassermeister Jörg Rossbach werden neben der Reinigung eines der Auffangbecken täglich zusätzliche Wasserproben genommen und im Labor untersucht. Die jetzt festgestellten Belastungen durch Kolibakterien seien viel geringer als noch vor einigen Wochen.

 Der erneute Befund von Kolibakterien kam überraschend, hatten die Stadtwerke Herford doch eine defekte Wasserleitung als Ursache für die Keimbelastung ausgemacht, die am 6. Juli erstmals festgestellt worden ist. Das defekte Teilstück wurde ausgetauscht und noch am vergangenen Donnerstag hatten die Stadtwerke verkündet, die Arbeiten seien abgeschlossen. »Wir haben aber die  Chlorung fortgesetzt. Zugleich haben wir im Brunnen- und Quellgebiet in den vergangenen Wochen weitere Messstellen zur Probeentnahme installiert, um detailliertere Aussagen über die Wasserqualität geben zu können«, betonte Jeretzky. Das habe sich nun ausgezahlt, weil die drei Leitungen, in denen die erneute Belastung mit Koli-Bakterien festgestellt worden sind, rasch lokalisiert werden konnten. »Wir haben die drei Brunnen vom Netz genommen, so dass von dort kein Wasser zum Endverbraucher gelangt«, hob Jeretzky hervor.

Die vom Netz genommenen Leitungen befinden sich in 3,50 Metern Tiefe und bestehen aus Kunststoff. Die Stadtwerke Herford stimmen ihre Maßnahmen mit dem Kreisgesundheitsamt ab. Die Behörde entscheidet letztlich auch darüber, wann die Chlorung wieder aufgehoben werden kann. »Ein Mitarbeiter von uns war noch am Dienstag im Wasserwerk Steinbeck. Wir arbeiten gut mit den Stadtwerken Herford zusammen«, betont Dr. Marie-Luise Kluger, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. Die Wasserversorgung in Herford speist sich aus zwei Quellen, 45 Brunnen, drei Wasserwerke und vier Hochbehälter. Der älteste Hochbehälter aus dem Jahr 1895 steht an der Vlothoer Straße.

Die Stadtwerke erteilt weitere Informationen unter 05221/922590 und hier www.stadtwerke-herford.de

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