Zum großen Geburtstagsfest am Wochenende werden zahlreiche Künstler erwartet So bunt ist die Marta-Welt

Herford (WB). Zwischen Soundpanzer und Motorsense: Viele ungewöhnliche Künstler und deren Sichtweisen auf die Welt waren bisher im Marta zu erleben. Viele der Kunstschaffenden kommen zum Geburtstagsfest am Wochenende.

Von Hartmut Horstmann
Das Museum Marta in Herford für zeitgenössische Kunst, Design und Architektur feiert 10-jähriges Bestehen.
Das Museum Marta in Herford für zeitgenössische Kunst, Design und Architektur feiert 10-jähriges Bestehen. Foto: dpa

Mehr als 450 Künstler seien zum Festwochenende angeschrieben worden, sagt Marta-Pressesprecherin Sarah Niesel. Verbindliche Zusagen liegen von den wenigsten vor. Doch hat dies nicht mit Desinteresse oder dergleichen zu tun. Einige der Künstler tanzten mittlerweile auf zehn Hochzeiten gleichzeitig, heißt es – was auch ein Indiz dafür ist, dass das Museum in seiner noch jungen zehnjährigen Geschichte viele Karrieren begleitet, wenn nicht gar gefördert hat.

Nicht überraschen dürfte die Zusage des Malers Erik Schmidt, der noch unter Jan Hoet seine erste große Einzelausstellung hatte. »Hunting Grounds« hieß die Präsentation, die mit ihren ungewöhnlichen Motiven (Jagd) für Aufsehen sorgte. Die Themen fand der in Berlin lebende Maler und Filmemacher auch in seiner ostwestfälischen Heimat – denn Erik Schmidt stammt aus Herford.

Erik Schmidt (hier bei einer Ausstellung in Berlin) hatte im Marta seine erste große Einzelpräsentation. Mittlerweile ist der gebürtige Herforder ein anerkannter Künstler. Foto: Hartmut Horstmann

Wie bunt die Welt ist, bringt kein Künstlerinnenpaar so glaubwürdig zum Ausdruck wie Eva und Adele. Mit ihrem zwillingshaften Erscheinungsbild erregen sie überall Aufsehen, das Leben selbst ist die größte Kunst. Im März 2013 wurden im Marta erstmals öffentlich Zeichnungen des Paares gezeigt, das sich sein Dauerlächeln hart erarbeitet hat.

So wurde in den Arbeiten auch der Weg thematisiert, den speziell Eva gehen musste, um als Frau juristisch anerkannt zu werden. Mittlerweile sind die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem verschwunden – auch wenn sie nach vielen Lächel-Fotos bei der Marta-Präsentation vor zwei Jahren durchblicken ließen: »Sie können mir glauben. Über 20 Jahre Dauerperformance – das ist anstrengend.«

Eva und Adele sind das bekannteste Künstlerinnenpaar Deutschlands. Am Wochenende wollen sie dem Marta zum zehnten Geburtstag gratulieren. Foto: Hartmut Horstmann

Die einen nennen es Rasenmähen, die anderen Kunst: Reichlich skurril wirkt der Ansatz des aus Löhne stammenden Künstlers Ralf Witthaus. Denn mit der Motorsense gestaltet er riesige Rasenflächen. Im Marta stellte er sich im Juni 2012 vor, weil er in der Region eine große Fläche für eine Art Bohrloch benötigte. Da Witthaus ans andere Ende der Welt gelangen wollte, suchte er in Neuseeland nach einem Pendant, das er ebenfalls mit Motorsensen zurechtfräste.

Junger Mann mit Motorsense, die an die Stelle des Malerpinsels rückt: Der aus Löhne stammende Ralf Witthaus sorgt mit seinen ungewöhnlichen Rasenprojekten für Aufsehen. Foto: Hartmut Horstmann

Gleichfalls keine Scheu vor ungewöhnlichen Taten und Vorhaben hat der Berliner Kim Nowak. Mit seinem »Soundpanzer«, einem militärisch anmutenden Fahrzeug samt DJ-Mischpult, erzeugte er bei der Sound-Ausstellung »Booster« im Februar 2014 laute Töne. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Nowak mit »mobilen Soundsystemen«, sein Wissen stellte er dem Marta zur Verfügung. Auch zum Geburtstag des Museums hat er sich angesagt – als jemand, der dazu beigetragen hat, dass das Museum breit aufgestellt ist.

Kim Nowak und sein »Soundpanzer«: Der Berliner interessiert sich für mobile Soundsysteme, sein Wissen und sein Archiv fanden in der Ausstellung »Booster« ihren Niederschlag. Foto: Oliver Schwabe

Alle Infos zum Programm des Marta-Fests findet man im Flyer .

marta-herford.de

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