Bis zu 400 Flüchtlinge werden ab dem 21. September erwartet Harewood-Kaserne wird Notunterkunft

Herford (WB). Bis zu 400 Asylsuchende sollen ab September in der Harewood-Kaserne untergebracht werden. Die Bezirksregierung in Detmold teilte gestern mit, dass die Notunterkunft voraussichtlich am 21. September den Betrieb aufnehmen wird.

Von Ralf Meistes
Bis zu 400 Asylsuchende sollen ab dem 21. September auf dem Gelände der Harewood-Kaserne untergebracht werden.
Bis zu 400 Asylsuchende sollen ab dem 21. September auf dem Gelände der Harewood-Kaserne untergebracht werden. Foto: Moritz Winde

Sollte die angespannte Lage mit dem Zuzug von Flüchtlingen weiter andauern, so könnte die Notunterkunft an der Mindener Straße allerdings auch schon vorher in Betrieb genommen werden. Für die Organisation in der Notunterkunft wird der DRK-Betreuungsdienst aus Münster zuständig sein. Laut Mitteilung der Bezirksregierung sind zwei Gebäude auf dem Kasernengelände in so gutem Zustand, dass sie ohne größere Umbauarbeiten sofort genutzt werden können.

Diesen Eindruck bestätigt auch Jürgen Hecker, Prokurist beim DRK-Betreuungsdienst. »Wir reden hier eben nicht über Zelte oder Turnhallen, sondern über eine Liegenschaft, die sich hervorragend zur Unterbringung von Flüchtlingen eignet.« 

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl dankt in einem Schreiben der Stadt Herford für die Unterstützung. Die Flüchtlinge werden voraussichtlich einige Tage in der Notunterkunft bleiben, um ihren Asylantrag stellen zu können. »Anschließend sollen sie in so genannte Zentrale Unterbringungseinrichtungen (ZUE) weiterreisen«, heißt es in er Mitteilung aus Detmold. Die Haupt-Herkunftsländer der Flüchtlinge seien derzeit Syrien und die Balkanstaaten.

Ungeachtet der Einrichtung einer Notunterkunft gehen auch die Pläne weiter, aus der Harewood-Kaserne eine ZUE zu machen. Dann könnten dort bis zu 800 Flüchtlinge für jeweils zwei bis drei Wochen bleiben.

DRK-Betreuungsdienst sucht Mitarbeiter

Herfords Bürgermeister Tim Kähler erklärte: »Wir als Stadt hatten frühzeitig darauf hingewiesen, dass es eine Informationsveranstaltung im Vorfeld geben soll. Ich freue mich, dass diese Anregung aufgenommen worden ist.« Der DRK-Betreuungsdienst werde in den nächsten Wochen den Küchenbetrieb, die soziale Betreuung, die Hauswirtschaft sowie die Hausmeisterdienste organisieren. Dabei sollen laut Hecker auch Anbieter vor Ort zum Zuge kommen. Über die Jobbörse der Agentur für Arbeit sucht der DRK-Betreuungsdienst noch Mitarbeiter.

Für die Sicherheit soll die Bünder Firma HNR sorgen. »Wir werden dort mit sechs Personen vor Ort sein«, sagte HNR-Chef André Niederée. Sein Unternehmen war bereits im vergangenen Jahr in der Flüchtlingsunterkunft Ulmenstraße für die Sicherheit zuständig. 

"

»Die Informationspolitik ist schlecht gelaufen.«

Michael Steffen

"

Für Anwohner Michael Steffen (43) kommt die Nachricht nicht überraschend. Der Sprecher der Bürgerinitiative »Anwohner Harewood-Kaserne« sagte gestern: »Wir haben uns inzwischen damit abgefunden und wollen nun das Bestmögliche daraus machen. Insgesamt ist die Informationspolitik schlecht gelaufen.«

Die Initiative hatte die Pläne der Bezirksregierung immer wieder vehement kritisiert, weil sie befürchtet, dass es zu Unruhen im Viertel kommen könnte. Steffen hofft, dass es die Behörden schaffen, Schaden von den Nachbarn der Notunterkunft abzuwenden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.