Verdacht auf Trinkwasser-Kontaminierung: Alle Anlagen kontrolliert, 16 Proben entnommen Stadtwerke auf Chlorung vorbereitet

Herford (WB). Die Stadtwerke haben nach dem Verdacht auf eine Kontaminierung des Trinkwassers alle technischen Anlagen kontrolliert. »Es gab keine offensichtlichen Beanstandungen «, teilt Stadtwerke-Chef Detlef Jeretzky mit. Zusätzlich wurden weitere 16 Proben unter sterilen Bedingungen entnommen.

Von Bärbel Hillebrenner
Bei einer Routineuntersuchung wurden im Herforder Trinkwasser Keime gefunden. Am Samstag sollen weitere Testergebnisse vorliegen.
Bei einer Routineuntersuchung wurden im Herforder Trinkwasser Keime gefunden. Am Samstag sollen weitere Testergebnisse vorliegen. Foto: Thomas F. Starke

Damit die Stadtwerke bei einem  positiven Befund  vorbereitet sind, habe man außerdem bereits in allen Wasserwerken Chloranlagen installiert. »Für eine  Chlorung stehen wir bereit. Prophylaktisch aber chloren wir nicht, da sind wir uns mit dem Gesundheitsamt einig«, sagt  Jeretzky.

Telefonservice

»Betroffen ist das gesamte Herforder Stadtgebiet inklusive der Stadtteile wie zum Beispiel Elverdissen, Stedefreund, Diebrock, Eickum, Laar, Herringhausen, Schwarzenmoor, Falkendiek. Hiddenhausen, Spenge und Enger sind nicht betroffen«, schreiben die Stadtwerke Herford auf ihrer Internetseite. Ein Kundenservice sei rund um die Uhr unter 05221/922590 erreichbar.

Derzeit bestehe der Verdacht, dass es sich um einen  coliformen Keim handeln könnte. Dieser sei Bestandteil der Darmflora von Mensch und Tier.  Jeretzky: »Sie werden  mit den Fäkalien ausgeschieden und dienen bei Wasseruntersuchungen als Indikatororganismen für eine Verunreinigung. Coliforme Bakterien können darüber hinaus auch aus anderen unspezifischen, nicht-fäkalen Quellen eingetragen werden.«

Unsicherheit herrscht in der Bevölkerung, weil bereits am Montag  eine Belastung  festgestellt, aber erst am Mittwoch die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt wurde.  Das erklärt der Stadtwerke-Chef so: »Um lebende Organismen identifizieren zu können, brauchen diese optimale Wachstumsverhältnisse bei 24 Grad in Brutschränken. Erst nach  48 Stunden können  Keime nachgewiesen und differenziert werden. Diese Zeit mussten wir abwarten.« Kliniken, Dialysezentrum, Altenheime und  Unternehmen der Lebensmittelbranche seien sofort angemailt worden.

Ob tatsächlich eine Keimbelastung des Trinkwassers vorliegt, wird erst am Samstag feststehen. Dann sollen die entsprechenden Testergebnisse vorliegen. Bis dahin sollte das Trinkwasser im Herforder Stadtgebiet – als Vorsichtsmaßnahme – weiter abgekocht werden, bevor es für den Verzehr oder für die Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt wird.

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