Sebastian B. (27) soll in Syrien für den IS gekämpft haben Salafist aus Herford angeklagt

Herford (WB). Ein Salafist aus Herford, der in Syrien für die Terrormiliz IS gekämpft haben soll, muss sich zusammen mit einem Komplizen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten.

Von Christian Althoff
Foto: dpa

Die Bundesanwaltschaft teilte am Dienstag mit, sie habe Anklage gegen Sebastian B. (27) aus Herford und Mustafa C. (27) aus Mönchengladbach erhoben. Die beiden Deutschen sollen für den IS logistische Aufgaben wie den Transport von Verpflegung an die Front erledigt, aber auch für die Terrormiliz IS gekämpft haben.

Ermittlungen deutscher Behörden zufolge reisten der Herforder Konvertit und der zweite Angeschuldigte 2013 über die Türkei nach Syrien und traten in den Kampfverband »Muhajirun halab« (»Auswanderer von Aleppo«) ein. Ende 2013 schlossen sich die »Muhajirun halab« dem »Islamischen Staat« an. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte: »Beide Vereinigungen verfolgen das Ziel, die syrische Regierung zu stürzen und einen allein auf islamischem Recht basierenden Gottesstaat zu errichten. Dabei schreckt der IS vor Kriegsverbrechen wie Massenexekutionen und dem Verbrennen und Enthaupten von Gefangenen nicht zurück.«

Sebastian B. soll 2011 konvertiert sein.

Sebastian B. und Mustafa C. seien mehrere Wochen militärisch ausgebildet worden, auch im Schießen. Dann seien sie in die bei Aleppo gelegene Basis der »Muhajirun halab« verlegt und einer Kampfgruppe zugeteilt worden. Sebastian B. kehrte Mitte November 2013 nach Deutschland zurück. Im September 2014 verließ auch Mustafa C. Syrien. Beide wurden am 22. Januar 2015 festgenommen und sitzen seitdem hinter Gittern.

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen sollen die beiden von einem anderen Rückkehrer belastet worden sein. Wann der Prozess in Düsseldorf beginnt, steht noch nicht fest. Gegen Sebastian B., der eine Frau und zwei kleine Kinder hat, läuft bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld noch ein weiteres Ermittlungsverfahren. Er soll zu jener Gruppe von Salafisten gehört haben, die im August vergangenen Jahres in Herford einen jesidischen Imbissbesitzer überfielen und verletzten, weil der ein Flugblatt für eine Anti-IS-Demo aufgehängt hatte.

Sebastian B. wurde 1987 in Frankfurt/Oder (DDR) geboren. Er wuchs in Herford auf und soll etwa 2011 konvertiert sein. Zu seiner Clique in Herford gehörten Deutsche, Türken und Tschetschenen. Sebastian B. besuchte die Assalam-Moschee in Herford, die Sicherheitsbehörden für einen Salafistentreffpunkt halten. B. nennt sich seit seinem Übertritt zum Islam Umar Al-Almani.

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