Liedermacher schreibt in Herford am Buch über seine Wohnzimmertour Gunter Gabriel will 98 Jahre alt werden

Herford (WB). Was dieser Mann schon alles erlebt hat! Wenn Gunter Gabriel von seiner Wohnzimmertour berichtet, fällt ihm eine Geschichte nach der anderen ein. Jetzt schreibt er die Erinnerungen in einem Buch nieder.

Von Hartmut Horstmann
Gunter Gabriel schreibt im Hotel Waldesrand auf seiner alten IBM-Kugelmaschine an einem Buch. Unter dem Titel »Näher geht’s nicht« soll es noch in diesem Jahr erscheinen.
Gunter Gabriel schreibt im Hotel Waldesrand auf seiner alten IBM-Kugelmaschine an einem Buch. Unter dem Titel »Näher geht’s nicht« soll es noch in diesem Jahr erscheinen. Foto: Hartmut Horstmann

Dass Herford  für den  73-Jährigen nach wie vor eine große Rolle spielt, hat     auch mit dem bewegten Leben des Sängers zu tun. So wohnt  hier  sein »Leib- und Magenarzt, der verhindert, dass ich vorzeitig  abkratze«. Läuft alles nach Plan, wird der Patient dem Mediziner noch lange erhalten bleiben.  Gabriel: »Eine Wahrsagerin hat mir prophezeit, dass ich 98 Jahre alt werde.« Weitere Herford-Anker des gebürtigen Bünders sind sein alter Freund Wolfgang Ueckermann und der Hotelier Hans-Werner Stranghöner (Waldesrand).

Hotelier bekommt Gitarre geschenkt 

Immer wenn Gabriel in Herford aufschlägt, hat er seine alte  IBM-Kugel-Schreibmaschine dabei. »Mein Buch entsteht im Hotel Waldesrand«, betont der Liedermacher. Und weil er den Hotelier sehr  schätzt, schenkte er ihm eine Gitarre. »Für Werner in Liebe und Respekt« ist darauf zu lesen. Wenn Gäste es wünschen, greift Gabriel auch zur Gitarre – so bei einer goldenen Hochzeit, als er seinen Hit »Komm unter meine Decke« sang.

Während der 73-Jährige auf der Terrasse des Hotels  über die Bedeutung der Farbe Pink, über die Frauen und das Leben spricht, steht vor ihm besagte Schreibmaschine. Seite für Seite füllt er mit seinen Wohnzimmertour-Erinnerungen. Diese war ins Leben gerufen worden, als Gabriel  in Geldproblemen steckte. In einer Fernsehsendung hielt er seine Telefonnummer in die Kamera – wer wollte, konnte ihn für einen Auftritt in den eigenen vier Wänden buchen. 

2000 Wohnzimmerkonzerte

»Der Erfolg war gewaltig«, betont der Sänger, der bisher   auf  2000 Wohnzimmerkonzerte gekommen ist. Zwar hat sich Gabriel finanziell längst saniert, aber die Tour geht weiter:  »Nix tun, das geht  nicht!« Als er erfuhr, dass über die Tour ein Kinofilm gedreht werden soll, kam er auf die Idee, das Erinnerungsbuch zu schreiben. In diesem Jahr soll es unter dem Titel »Näher geht’s nicht« erscheinen. Es handelt mit Sicherheit auch von den ungewöhnlichen Liedwünschen, die  eingefleischte Fans haben: »Ein Bauer wünschte sich  das Lied ›Das schwarze Schaf‹. Da wusste ich, das ist ein Kenner meines Repertoires.«

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