Baustelle Clarenstraße ruht – Kampfmittelräumdienst sondiert das Gelände Suche nach Bomben

Herford (WB). Die Bau- und Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände an der Clarenstraße ruhen. Am Montag hat eine Firma im Auftrag des Kampfmittelräumdienstes nach Blindgängern aus dem Krieg gesucht – und nichts gefunden.

Von Bärbel Hillebrenner
Der Bagger steht still: Die Arbeiten auf der Baustelle an der Clarenstraße müssen ruhen, bis der Kampfmittelräumdienst grünes Licht für die Fortsetzung der Baumaßnahme des Wittekindshofes gibt.
Der Bagger steht still: Die Arbeiten auf der Baustelle an der Clarenstraße müssen ruhen, bis der Kampfmittelräumdienst grünes Licht für die Fortsetzung der Baumaßnahme des Wittekindshofes gibt. Foto: Moritz Winde

»Für die Bauaufsicht ist die Suche nach Bomben aus dem Weltkrieg fast normal, das haben wir immer wieder bei einer größeren Baumaßnahme«, sagt Abteilungsleiterin Elke Verfürth. Und bevor ein Bauantrag genehmigt würde, müsse das Areal sondiert werden. So genannte Bombenabwurfsgebiete seien kartiert, so dass anhand der Luftbilder mögliche Fundorte gesichtet werden können. »Die Stadt informiert dann die zuständige Bezirksregierung Arnsberg und die schickt den Kampfmittelräumdienst raus«, so Verfürth.

Und im Fall der Baustelle Clarenstraße war das so. Hier stießen die Bauarbeiter in den letzten Tagen nicht nur auf Fundamente eines möglichen Klarissenklosters – auch die Luftbilder bei der Bezirksregierung gaben Anlass, nach Bomben zu suchen. »Man wusste hier nicht genau, was in der Erde liegt«, erklärt Hans-Werner Blanke von der Bauaufsicht, der die Baustelle betreut. Die Bauabschnitte für die drei geplanten Wohnhäuser für psychisch Erkrankte wurden abgesucht.

Ortungsgerät schlug an

»Mit einem Detektor wird die Fläche sehr sorgfältig abgegangen. Alle Daten werden in den Computer eingegeben und dann ausgewertet«, berichtet Karl-Heinz Clemens, Truppführer des Kampfmittelräumdienstes der Außenstelle Detmold. Und das Ortungsgerät habe angeschlagen, so dass eine Baufirma gestern 50 Zentimeter abgegraben hat. Clemens: »Es wurde jedoch kein Blindgänger gefunden. Die Arbeiter sind hier erneut auf alte Grundmauern oder Pfosten gestoßen.« Er rechnet nicht damit, dass an anderer Stelle des Grundstücks nicht gezündete Bomben liegen.

Derweil wartet die Bauaufsicht auf grünes Licht: »Vorher können wir nicht die Freigabe für die Fortsetzung der Arbeiten erteilen«, sagt Hans-Werner Blanke. Seit vielen Jahren arbeitet er im Bauamt der Stadt Herford: »In den letzten 15 Jahren hat es vielleicht ein- oder zwei Blindgänger gegeben.« Die Kosten für die Arbeiten zahlt übrigens nicht der Eigentümer des Grundstücks: »Für die Überbleibsel des Krieges kann er nicht zur Verantwortung gezogen werden«, sagt Elke Verfürth, deshalb übernehme immer das Land die Ausgaben sowohl für die Suche als auch für die Beseitigung.

Finanzielle Mittel für archäologische Untersuchungen fehlen

Ob die archäologischen Untersuchungen fortgesetzt werden, ist noch offen; es fehlen bislang noch finanzielle Mittel. Der Bau werde unterbrochen, wenn die Archäologen des Landschaftsverbandes oder die Denkmalbehörde dies für notwendig halten und entsprechend anordnen, heißt es seitens des Bauherrn. »Wir wissen, dass die Funde für die Herforder Stadtgeschichte von großem Interesse wären. Aber wir wissen auch, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen aus dem gesamten Kreisgebiet dringend auf das Wohnangebot warten«, erklärt die Pressesprecherin der Diakonischen Stiftung, Anke Marholdt. Jede weitere Verzögerung würde eine Belastung für diese Menschen und ihre Angehörigen sein.

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